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Rhein-Main in Davos : Banker helfen Frankfurts Wirtschaftsförderern nicht

Treffpunkt: Auch Rhein-Main war wieder beim Weltwirtschaftstreffen in Davos vertreten Bild: AP

Als einziger Finanzplatz präsentiert sich Frankfurt beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Es wird viel gesprochen und gut gegessen - doch wichtige Personen fehlen.

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          Peter Feldmann lässt auf sich warten. Dass sich der Frankfurter Oberbürgermeister verspätet, mag normalerweise keine Nachricht wert sein, aber wer die Gepflogenheiten und die Preise während des Weltwirtschaftsforums in Davos kennt, der wundert sich schon. Denn hier ist jede Minute kostbar. Als am Donnerstagabend um 22.30 Uhr der Empfang der Standortinitiative Frankfurt/Rhein-Main im Hotel Steigenberger Belvédère beginnen soll, sind die Türen zum Raum „Scaletta“ noch geschlossen. Vor wenigen Minuten ist dort ein anderer Empfang zu Ende gegangen, es wird noch schnell gesaugt und umgebaut. Denn während des prominenten Treffens von Politik und Wirtschaft sind die Slots in den großen Hotels in dem malerischen Bergdorf in der Schweiz begehrt und teuer.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Feldmann kommt gegen 23 Uhr. Die Teilnehmer haben sich bereits mit Mini-Hot-Dogs gestärkt, die mit original Frankfurter Würstchen bestückt sind, wie es heißt, und Pralinenbällchen genossen, die als Frankfurter-Kranz-Kugeln angepriesen werden. Frankfurt und die Region seien ein idealer Ort für international tätige Konzerne, sagt der Oberbürgermeister auf Englisch, der dem Aufsichtsrat der Standortinitiative vorsteht. Der Sozialdemokrat preist vor den etwa 150 Gästen die Hochschulen an, lobt die internationale Atmosphäre in der Stadt, hebt den großen Pool an gut ausgebildeten Talenten hervor und weist darauf hin, dass die hier lebenden und arbeitenden Menschen meist mehrsprachig seien.

          Das Leben nach dem Tagesprogramm

          Der Empfang des regionalen Standortmarketings hat mittlerweile Tradition in Davos. Das Treiben in dem tiefverschneiten Dorf, das stets im Januar zum Hotspot für Manager und Politiker aus aller Welt wird, teilt sich in drei Aspekte auf: Das für die Öffentlichkeit wichtigste Programm findet im Kongresszentrum statt, das wie eine Festung bewacht wird. Hier wird über Themen von globaler Bedeutung diskutiert, es traten der chinesische Präsident Xi Jinping, die britische Premierministerin Theresa May und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf, dazu zahlreiche Wirtschaftsbosse und Prominente.

          Der zweite Teil ist das Leben, das sich nach dem offiziellen Tagesprogramm in der Nacht abspielt, wenn die Gäste aus aller Welt fernab der Heimat Partys feiern. Und drittens gibt es in Davos eine kaum zu überblickende Zahl an Empfängen, Meetings, Geschäftsessen. Sie finden entweder in einem der an den beiden Hauptstraßen gelegenen Geschäfte statt, die eigens für das Forum ausgeräumt und von internationalen Konzernen als Büros genutzt werden. Auch die Deutsche Börse betreibt eines. Oder aber in den großen Hotels, für die man sich gesondert akkreditieren muss, weil auch hier die Sicherheitsvorkehrungen hoch sind.

          „Frankfurt meets Davos“ wichtiger denn je

          In diesem Jahr scheint der Empfang unter dem Titel „Frankfurt meets Davos“ wichtiger denn je, das weiß auch Feldmann. Seine Stadt sei bereit, „die Chancen zu nutzen, die der Brexit bietet“. Es gehe nicht darum, Menschen zu überzeugen, London Richtung Frankfurt zu verlassen, sagt er. „Aber Frankfurt soll auf der Liste ganz oben stehen, wenn sich für Unternehmen in Großbritannien Dinge ändern - und die Dinge ändern sich.“

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