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: Ball-Veranstalter drohen mit Abzug aus Frankfurt

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Es ist Ballsaison. Nach der Finanzplatzgala und dem Sportpresseball im Spätherbst hat Prominenz aus Politik und Wirtschaft am Wochenende die Gala-Nacht zum Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft in ...

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          Es ist Ballsaison. Nach der Finanzplatzgala und dem Sportpresseball im Spätherbst hat Prominenz aus Politik und Wirtschaft am Wochenende die Gala-Nacht zum Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft in der Alten Oper gefeiert, der "Ball des Sports" und der Opernball bringen in den nächsten Wochen noch einigen Glanz in die Stadt. Doch hinter den Kulissen herrscht keineswegs Feststimmung, bei den Veranstaltern der Galaabende in der Alten Oper macht sich Unmut breit, denn sie sehen sich benachteiligt. Die Stadt Frankfurt brüste sich zwar gern, eine Ballmetropole zu sein, Unterstützung gewähre sie aber nur dem "Ball des Sports", während sie die anderen gerade in den wirtschaftlich schwierigeren Zeiten im Stich lasse, heißt es.

          Hintergrund der Beschwerden aus dem Kreis der Veranstalter ist die anstehende Entscheidung darüber, ob der "Ball des Sports" nach dem Jahr 2006 weiterhin in der Festhalle der Frankfurter Messe stattfinden wird oder nach fünfjähriger Station am Main künftig wieder in Mainz oder Wiesbaden ausgerichtet wird. Die Verhandlungen zwischen der Stiftung Deutsche Sporthilfe und den Städten laufen. Um die Miete geht es dabei nicht - denn, daß die Hallen unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, davon geht der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Hans-Ludwig Grüschow, grundsätzlich aus. Schließlich gilt der "Ball des Sports" als gesellschaftliches Ereignis der Spitzenklasse mit Gästen wie dem Bundespräsidenten, Repräsentanten der Führungsetagen der Deutschen Wirtschaft, medaillengekrönten Olympioniken und andern Sportidolen, wie in diesem Jahr den Brüdern Klitschko und Henry Maske. Zudem sei er als einziger eine echte Benefizveranstaltung ohne kommerziellen Hintergrund, hebt Grüschow hervor.

          Dennoch sehen sich die Veranstalter der anderen Bälle ungerecht behandelt. Schließlich seien auch diese als Imagefaktor wichtig für die Stadt, sie aber müßten für die Alte Oper hohe Miet- und Nebenkosten zahlen. Zudem findet es beispielsweise Sven Müller, Veranstalter des Sportpresseballs, befremdlich, daß Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) zusammen mit den Chefs der Messegesellschaft und der Fraport AG bei potentiellen Sponsoren um Unterstützung für den "Ball des Sports" wirbt, während sie dergleichen für die anderen Bälle nie getan habe.

          Auch Opernball-Veranstalter Manfred Pasenau fühlt sich von der Römerchefin alleingelassen. Nicht nur, daß er wie die anderen kräftig an die stadteigene Alte Oper zahlen müsse, nun habe Roth auch noch ihre Teilnahme an dem Ball abgesagt, weil sie im Skiurlaub sei. Pasenau wertet das als Mißachtung. Er und Müller drohen damit, ihre Veranstaltungen, die schließlich den Titel "Deutscher Sportpresseball" und "Deutscher Opernball" trügen, in Städte zu verlagern, die ihnen bessere Angebote machten. Nader Maleki, Gastgeber der Finanzplatzgala, zieht dies zwar nicht in Erwägung, wünscht sich aber wie auch der Präsident des Wirtschaftsclubs, Ernst Gloede, ebenfalls bessere Konditionen für die Alte Oper.

          Im Büro der Oberbürgermeisterin zeigt man sich verwundert. Keiner der Veranstalter habe zu derartigen Fragen bisher das Gespräch mit Petra Roth gesucht, sonst würde sie ihren die Unterstützung sicher nicht versagen. Auf die Vertragsgestaltung zwischen der Messe oder der Alten Oper und den Veranstaltern habe Roth - Aufsichtsratsvorsitzende beider Gesellschaften - indes keinen Einfluß, hieß es. Selbstverständlich sei es wichtig für Frankfurt, daß die Bälle dort stattfänden, aber Roth könne nicht alle Tanztermine wahrnehmen, sagte ihr Referent Felix Semmelroth.

          PATRICIA ANDREAE

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