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Bahnverkehr am Rhein : Güterzüge durch Friedberg statt durch Eltville

Lärmgeplagt: Im Mittelrheintal, wie hier in Niederwalluf bei Eltville, soll der Güterverkehr neu geordnet werden. Bild: Marcus Kaufhold

Das Bundesverkehrsministerium regelt den Bahnverkehr in der Region neu: Es will eine weitere Strecke von Frankfurt nach Mannheim bauen und den Güterverkehr im Mittelrheintal entlasten.

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          Der Eisenbahnverkehr am Rhein soll neu geordnet werden. Das Bundesverkehrsministerium hat Politikern der Städte und Kreise entlang des Stroms bei zwei Veranstaltungen in Frankfurt und später in Mannheim ein Gutachten vorgestellt, in dem bekräftigt wird, dass zwischen Frankfurt und Mannheim zusätzlich zu den drei vorhandenen Verbindungen eine Neubaustrecke notwendig sei.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Die Strecke soll an Darmstadt vorbeiführen, allerdings soll die Stadt durch zwei Abzweige nördlich und südlich des Hauptbahnhofs angebunden werden. Ferner schlagen die Gutachter vor, das Mittelrheintal und damit Orte wie Rüdesheim und Eltville vom Güterverkehr dadurch zu entlasten, dass ein Teil der Züge über Siegen, Friedberg und Hanau geführt wird. Langfristig wird der Bau einer Güterzugstrecke durch den Hunsrück oder den Westerwald als möglich angesehen.

          Neue Strecke nach Mannheim auch für ICEs

          Das Bundesverkehrsministerium hatte das Gutachten 2012 in Auftrag gegeben, nachdem es geheißen hatte, die bis dahin vorliegenden Planungen für die Neubaustrecke nach Mannheim seien nicht geeignet, den Engpass im Eisenbahnnetz an dieser Stelle zu beseitigen. Die Gutachter, das sind die Büros BVU in Freiburg, Intraplan in München und SMA in Zürich, sollten sich jedoch mit dem Schienenverkehr nicht nur in diesem Abschnitt, sondern im gesamten „Korridor“ zwischen Köln und Karlsruhe befassen, weshalb nun von der „Korridorstudie“ die Rede ist. In den vergangenen Monaten waren schon Teile des Gutachtens bekannt geworden.

          Überlegungen, wonach es zwischen Frankfurt und Mannheim eine allein für den Güterverkehr reservierte Neubaustrecke geben soll, lehnen die Autoren ab. Die Strecke soll vielmehr tagsüber von ICE-Zügen und nachts von Güterzügen genutzt werden. Geführt werden soll sie parallel zu den Autobahnen 5 und 67, wie es seit Jahren geplant ist.

          Darmstadt soll von Norden her über vorhandene Gleise angebunden werden, dort fehlt lediglich eine Kurve. Um die Züge südlich von Darmstadt wieder zur Schnellfahrstrecke zurückzuführen, muss aber eine neue Verbindung entstehen, entweder noch auf Darmstädter Gebiet oder bei Pfungstadt. Dies entzweit schon jetzt die Kommunalpolitiker.

          Die Anbindung der Darmstadts an das Schnellbahnnetz. Zum Vergrößern bitte anklicken.

          Bei der Vorstellung der Studie am Donnerstag sagte Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, die Kapazitäten zwischen Frankfurt und Mannheim müssten erhöht und der Lärmschutz müsse verbessert werden. Es sei der am stärksten belasteten Abschnitt des ICE-Netzes. Das Gutachten sei eine gute und belastbare Grundlage für weitere Entscheidungen. Würden die Fernzüge über die Neubaustrecke geführt, könne außerdem das Angebot der S-Bahn erweitert werden. Schließlich werde eine schnelle Nahverkehrsverbindung zwischen der Bergstraße, Darmstadt, dem Frankfurter Flughafen und Wiesbaden möglich.

          In den Skizzen der Gutachter findet sich auch die Wallauer Spange, das ist eine derzeit noch fehlende Verbindung, über die Züge vom Frankfurter Flughafen unter Nutzung der Schnellfahrstrecke Richtung Köln rasch nach Wiesbaden gelangen könnten. „Der Lösungsvorschlag hat dreifache Vorteile für die Region“, sagte Ferlemann, „besseren ICE-Anschluss, mehr Regionalverbindungen und eine deutliche Entlastung vom Schienenlärm auf den bestehenden Strecken“.

          Zugleich schlagen die Gutachter vor, das Mittelrheintal zu entlasten, indem die Eisenbahnverbindung über Siegen ausgebaut wird. Güterzüge könnten dann von Hagen oder Köln/Troisdorf über Siegen und Friedberg nach Hanau geführt werden und von dort über weitere Strecken Richtung Süden. Ferlemann zufolge hätte dies zwei Vorteile: Einerseits werde es entlang des Rheins ruhiger, andererseits könnten nach dem Ausbau der Strecke über Siegen auch Züge mit hohen und breiten Ladungen Siegen erreichen, was dort seit langem gefordert werde.

          Die Entlastung für das Rheintal. Zur größeren Ansicht bitte anklicken.

          Die Idee einer Neubaustrecke allein für Güterzüge bezeichnete Ferlemann als langfristigen Vorschlag. Die Studie soll in den nächsten Tagen auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlicht werden. Danach haben Bürger bis Ende April die Möglichkeit, sich schriftlich dazu zu äußern, wie es weiter hieß.

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