https://www.faz.net/-gzg-7pnwt

Bahnlärm am Mittelrheintal : Experten prüfen 140 Lärmschutzvorschläge

  • Aktualisiert am

Wie den Bahnlärm im Mittelrheintal stoppen? Neue Erkenntnisse soll eine Lärmschutz-Studie bringen. Bild: dpa

Nach einer großen Demo gegen Bahnlärm vor zwei Wochen haben jetzt Experten an beiden Flussufern das Schienennetz inspiziert - für eine umfassende Lärmschutz-Studie.

          Die Bahn spricht von der bundesweit umfassendsten Studie in Sachen Lärmschutz: Am Mittelrhein haben Ingenieure in den vergangenen Monaten 30 Orte und rund 250 Kilometer Schiene untersucht. 140 Vorschläge - 60 davon aus der Bevölkerung - hat ein Büro entlang der beiden Flussufer bewertet. Bevor Mitte August konkrete Ergebnisse auf den Tisch kommen, soll in den kommenden Wochen auf 14 Veranstaltungen von Koblenz bis Eltville zuerst mit den Bürgern diskutiert werden.

          Auf 24 Kilometern im engen Tal, durch das Tag und Nacht mehrere hundert Güterzüge rumpeln, geht es um Lärmschutzwände. Diese könnten bei einer Höhe von zwei Metern bis zu zehn Dezibel weniger Schienenlärm bringen, sagte am Freitag in Wiesbaden Hans-Georg Zimmermann von der Deutschen Bahn AG. Auf über 180 Kilometern Länge wurden Schienenstegdämpfer bewertet. Diese könnten durch das Abdämpfen der Schwingungen an den Schienen drei Dezibel weniger bringen.

          Finanzierung der Studie noch unklar

          „Wir sind im Rheintal dabei, jedes Dezibel rauszukitzeln“, versicherte Gunther Möller vom hessischen Umweltministerium. Erstmals wurde in der Studie auch das gesamte Tal untersucht. Es ging also auch um die Frage, wie der Bahnlärm vom einen Ufer eine Gemeinde auf der anderen Seite trifft.

          Die rund 300.000 Euro teure Studie will im August auch eine Prioritätenliste nennen. Hauptproblem bleibt aber die noch völlig ungeklärte Frage der Finanzierung. Neben dem Bund dürften die betroffenen Gemeinden vor allem auch bei den Regierungen in Wiesbaden und Mainz um Hilfe anklopfen. „Diese Forderung wird kommen“, weiß auch Möller.

          Mehr als 70 Millionen Euro hat der Bund bisher in den Lärmschutz am Mittelrhein investiert, teilt die Bahn mit. Die Bahn selbst sieht sich finanziell außen vor - will aber neben dem kontinuierlichen Schmieren der Schienen bis 2020 ihre Güterwaggons umrüsten. Die neuen „Flüsterbremsen“ sollen nochmals 10 Dezibel weniger bringen. Allerdings sind die Waggons aus anderen Ländern nicht dabei. Außerdem wird der Verkehr im Mittelrheintal weiter zunehmen. Das Umweltministerium geht von 10 bis 15 Prozent mehr Gütertransporten aus.

          Das von den Landesregierungen in Wiesbaden und Mainz ins Spiel gebrachte Nachtfahrverbot für laute Güterzüge lehnte die Bahn am Freitag erneut ab. Dies werde nur den Verkehr auf die Straße verlagern, sagte Zimmermann.

          Weitere Themen

          Nur eine kleine Hürde

          Eintracht Frankfurt : Nur eine kleine Hürde

          Die estnische Hauptstadt Tallinn ist für die Eintracht Neuland. Dort treffen die Spieler auf den unumstrittenen Spitzenklub FC Flora Tallinn. Doch die Erfolge des Eintracht-Gegners sind sehr übersichtlich.

          Topmeldungen

          Bereits ab 14.00 Uhr könnte die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegen, dann herrscht Warnstufe 2. (Archivbild aufgenommen in Berlin)

          Deutscher Wetterdienst : Hitzewarnung für Deutschland

          Der Deutsche Wetterdienst rechnet ab Montag mit ersten Hitzewarnungen. Ab Mittwoch soll dann ganz Deutschland von einer Hitzewelle erfasst werden. Besonders Kinder, alte und kranke Menschen sind durch die hohen Temperaturen gefährdet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.