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Bahnhof Weiterstadt : Bequemerer Einstieg, besserer Takt

Bald barrierefrei: Bis zum Herbst soll der Umbau des Weiterstädter Bahnhofs abgeschlossen sein. Bild: Cornelia Sick

Die Planungen haben vor sechs Jahren begonnen. Jetzt wird der Bahnhof in Weiterstadt für 3,1 Millionen Euro bis zum Herbst modernisiert.

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          Spatenstiche an einem Bahnhof sind ein riskantes Unterfangen. Es kann einem dann so ergehen wie Klaus Vornhusen, dem Bevollmächtigten der Bahn für Hessen, und Bürgermeister Ralf Möller (SPD), auf deren Dankesreden die Personen- und Güterzüge keine Rücksicht nahmen. Durch den Lärm insbesondere der langen, schnell durchfahrenden Güterzüge wurden ihre Ansprachen vorgestern immer wieder unterbrochen.

          Rainer Hein

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Darmstadt.

          Für Weiterstadt war diese akustische Untermalung zum offiziellen Beginn der Bauarbeiten für den barrierefreie Bahnhof aber passend. Denn die Zahl der Güterzüge in Deutschland wird sich, wie Möller sagte, nach dem Bundesverkehrswegeplan bis zum Jahr 2030 verdoppeln, wovon Weiterstadt nicht unberührt bleibe. Gerade deshalb sei es für die Kommune besonders erfreulich, dass die Bahn auch an die Pendler denke und den Bahnhof als Eingangstor nach Weiterstadt „aufhübsche“.

          Attraktive und barrierefreie Verkehrsstation

          Die Modernisierung, die bis Herbst abgeschlossen sein soll, kostet 3,1 Millionen Euro, die Bund, Land, Weiterstadt, DB Station & Service sowie der Rhein-Main-Verkehrsverbund aufbringen. Allen Partnern ist es laut Vornhusen sehr wichtig, dass die Stadt mit ihrer sehr guten Lage im Rhein-Main-Gebiet eine attraktive und barrierefreie Verkehrsstation erhalte.

          Da die Arbeiten schon am 15. Februar begonnen haben, ist an einem Bahnsteig gut zu erkennen, wie sehr die Kante erhöht werden muss, um das Aus-und Einsteigern auch für Gehbehinderte, Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen zu erleichtern: Der Hauptbahnsteig muss auf 75Zentimeter angehoben werden. Zugleich wird der alte Mittelbahnsteig abgebaut und als Ersatz ein neuer Außenbahnsteig in gleicher Höhe errichtet.

          Schneller als das Auto

          Zur Ausstattung des Nahverkehrsknotenpunktes, auf dem die Regionalbahn von Mainz bis Aschaffenburg verkehrt, gehören außerdem eine neue Beleuchtungsanlage, neue Sitzgelegenheiten, ein Wetterschutzhäuschen und zwei Bike+Ride-Anlagen für jene, die vom Rad auf den Zug umsteigen wollen, der von Weiterstadt Richtung Darmstadt sechs Minuten und nach Frankfurt 34 Minuten braucht – und damit „schneller ist als das Auto“, wie Vornhusen sagte.

          Die Modernisierung von Bahnhöfen ist eine Daueraufgabe. Wie die Regionalleiterin von DB Station & Service, Susanne Kosinsky, sagte, stehen allein in Südhessen 24 Bahnhöfe auf der Liste, davon neun entlang der Riedstrecke. Über den Zustand in Weiterstadt hatte sich Kosinsky erstmals 2011 informiert, die Planungsvereinbarung wurde 2012 unterzeichnet. Dass es sechs Jahre bis zum Beginn der Bauarbeiten gedauert habe, sei für solche Projekte noch eine relativ kurze Zeit, versicherte die Regionalleiterin. Auch Vornhusen beteuerte, dies sei „für unsere Verhältnisse gut“.

          Die Vorteile für Weiterstadt, das 250.000 Euro zum Projekt beisteuert, liegen auf der Hand. Das Eigeninteresse von Bahn und RMV wiederum besteht darin, die beiden Bahnsteige so herzurichten, dass sie auch für die neuen Fahrzeuge geeigneten sind, die mit der Fahrplanumstellung im September dort verkehren sollen. Damit verbunden werde es eine bessere Anbindung geben, sagte Möller. Werktags solle weitgehend ein Halbstundenhalt für die Regionalbahn 75 eingeführt werden. „Ich hoffe, dass der Umbau den Grundstein legt für diese dichtere Vertaktung.“

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