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Unesco-Weltkulturerbe : Bewerbung als „Great Spas of Europe“

Schützenswert: Auch Wiesbaden will seine Kuranlagen in die Liste der Unesco-Welterbe eintragen lassen und schützen. Bild: Marcus Kaufhold

Die Kuranlagen in Bad Homburg und Wiesbaden könnten schon bald Unesco-Welterbestatus haben. In Bad Homburg haben sich die Stadtoberhäupter von 16 europäischen Städten getroffen, die sich gemeinsam als „Great Spas of Europe“ bewerben.

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          Die historischen Kuranlagen in Bad Homburg und Wiesbaden könnten schon im Jahr 2017 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt werden. Darauf hofft man in den beiden Kurstädten, die sich gemeinsam mit 14 weiteren europäischen Kurorten unter dem Titel „Great Spas of Europe“ um den Welterbestatus bewerben. Deren Bürgermeister kamen zu einem Arbeitstreffen in Bad Homburg zusammen. Nach der Tagung sagte der Vorsitzende der Runde, der Bürgermeister aus dem tschechischen Karlsbad, Peter Kulhanek, ein Entwurf der Bewerbung könne schon im nächsten Jahr bei der Unesco eingereicht werden, die endgültige Fassung im Jahr darauf.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Dokumentation, die für die Bewerbung die Besonderheiten der Kurstädte beschreibe, werde derzeit erarbeitet, die Bürgermeister hätten über die bisherigen Ergebnisse beraten. Weitere Themen des Arbeitstreffens seien das Budget des nächsten Jahres für die Vorbereitung der Bewerbung sowie Managementpläne für die einzelnen Städte gewesen. Man habe darüber debattiert, für die Bewerbung ein einheitliches Logo zu entwerfen.

          Stadtentwicklung müsste sich nach Unesco-Regeln richten

          Mit Hilfe des Welterbestatus könnten die 16 Städte besser auf sich aufmerksam machen. Die Auszeichnung sei wie ein Gütesiegel, das auch dabei helfe, die medizinische Bedeutung von Kuranwendungen herauszustellen, sagte Kulhanek. Denn die Therapien wirkten oft besser als eine Behandlung mit pharmazeutischen Wirkstoffen. Der Welterbestatus sei auch eine Marke, mit der die Städte sich als Touristenziele darstellen könnten.

          Für jede der Kurstädte würden zwei Schutzzonen festgelegt, eine Kernzone mit den historischen Kuranlagen und Gebäuden sowie eine weiter gefasste Schutzzone darum herum. Auch mit dem Welterbestatus könnten sich die Städte noch weiterentwickeln. Er bedeute nicht, dass keine Veränderung mehr erlaubt sei. Die Stadtentwicklung müsse sich nur nach den Vorgaben der Unesco richten.

          Es sei das elfte Treffen der 16 Stadtoberhäupter, berichtete der Karlsbader Rathauschef. Sie kämen zweimal im Jahr zusammen, um über die Bewerbung zu beraten, die Treffen fänden jedes Mal in einer anderen der beteiligten Städte statt. Dazu gehörten in Deutschland Baden-Baden, Bad Ems, Bad Pyrmont und Bad Kissingen. Weitere Bewerber seien zum Beispiel Vichy in Frankreich, Bath in England, Bad Ischl in Österreich, Spa in Belgien und Montecatini in Italien.

          Der Bad Homburger Kurdirektor Ralf Wolter sagte, die Stadt bewerbe sich nicht mit einem einzelnen Gebäude, sondern mit dem Ensemble aus historischen Anlagen, das den Kurpark mit dem Gebäude der heutigen Spielbank, dem Kaiser-Wilhelm-Bad und den Brunnen umfasse.

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