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Bad-Accessoires aus Offenbach : Mit Seifenspendern auf Wachstumskurs

Erfolgreich mit Badezimmer-Accessoires: Maiken Walther (rechts) und ihr Sohn Henry Walther, beide geschäftsführende Gesellschafter von Decor Walther Bild: Frank Röth

Das Unternehmen Decor Walther hat kürzlich Bad-Accessoires für die neue Apple-Zentrale in Kalifornien geliefert. Es war einer der glanzvollsten Aufträge für den Mittelständler aus Offenbach.

          Architektonisch muss sich die neue Apple-Zentrale in dem kalifornischen Ort Cupertino vor keinem anderen Gebäude verstecken: Das von dem Stararchitekten Norman Foster entworfene ringförmige Bauwerk mit einem Durchmesser von knapp einem halben Kilometer zieht die Blicke auf sich. Es soll rund fünf Milliarden Dollar gekostet haben. Mehr als 12.000 Mitarbeiter des Elektronik-Giganten sind dort tätig. Der Park im Inneren des Gebäudekreises verleiht dem Ganzen noch eine besondere Attraktion.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für die Stadt und den Kreis Offenbach.

          Und ein Offenbacher Unternehmen trägt dazu bei, dass Mitarbeiter und Besucher sich in der Apple-Zentrale wohlfühlen: In rund 50 Badezimmern des Gebäudekomplexes setzte die Firma Decor Walther Einrichtungs GmbH mit Badaccessoires wie Seifenspendern, Seifenschalen und Badeimern einen gestalterischen Akzent. Er wäre gerne mit der Ware nach Kalifornien geflogen, um sich das Gebäude einmal anzuschauen, sagt Henry Walther, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Mutter Maiken Walther führt. „Leider bestand die Notwendigkeit nicht.“ Maiken und Henry Walther sind geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, das zu den bedeutendsten Anbietern für hochwertiges Badzubehör, Leuchten, Spiegel und Accessoires gehört. Typisch für Familienunternehmen: Henry Walthers Schwester Nicola ist als Gesellschafterin im Vertrieb tätig.

          „Hängenblieben, auch der Liebe wegen“

          Begonnen hatte alles in Frankfurt. 1973 gründete Harald Walther an der Weißadlergasse ein Einzelhandelsgeschäft, in dem es Möbel- und Türbeschläge ebenso wie Kleinmöbel auf gehobenem Niveau in einem schicken Kontext zu kaufen gab. Damals hätten viele Menschen zu Hause Antiquitäten gehabt, die aufgearbeitet wurden, sagt Maiken Walther, die damals Innenarchitektur studierte und einen Ferienjob suchte. So sei sie in die Firma gekommen und dort „hängenblieben, auch der Liebe wegen“. Badausstattung, wie man sie heute kenne, habe es damals nicht gegeben: „Die Bäder waren moosgrün oder bahamabeige, und ein paar Firmen machten Standardbeschläge.“ Ihr 2001 verstorbener Mann habe früh erkannt, dass man „etwas Eigenes“ anbieten müsse. Die Firma suchte sich Partner und ließ Badaccessoires fertigen, von denen man überzeugt war, dass sie angenommen werden. 1980 präsentierte sich das Unternehmen zum ersten Mal auf der Frankfurter Messe mit eigenen Erzeugnissen; ergänzt wurde das Angebot zunächst noch mit Leuchten und Produkten anderer Hersteller.

          In der Folge kam eines zum anderen. Die selbst entworfenen Badaccessoires trafen den Geschmack der Kunden und standen schnell im Vordergrund. Seifenspender, Pedaleimer, Mehrzweckbehälter, WC-Bürstengarnituren, Wannenablagen und vielerlei Gegenstände mehr, die sich unter dem Oberbegriff Badaccessoires zusammenführen lassen, gehören heute zum Sortiment, aber auch Spiegel und Leuchten.

          Durch Langlebigkeit mehr Erfolg

          In dem alle zwei Jahre erscheinenden Katalog werden mehr als 3000 Eigenprodukte aufgelistet, die je nach Kundenwunsch mit edlen Chrom-, Edelstahl- oder Goldoberflächen geliefert werden. Das Unternehmen spricht von der „Philosophie des diskreten Luxus“. Die Langlebigkeit der Produkte sei ein Grund, warum man Erfolg habe. Handarbeit spielt eine große Rolle, etwa bei einem Seifenspender, der aus massivem Messing gedreht wurde und um die 250 Euro kosten kann.

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