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Azubicard : Hunderte Firmen gewähren Lehrlingen Rabatte

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Die Azubicard bietet Auszubildenden Rabatte und Angebote in verschiedenen Bereichen an. (Archivbild) Bild: HA Hessen Agentur GmbH

Viele junge Menschen gehen lieber studieren, als eine Berufsausbildung zu absolvieren. Aus diesem Grund bieten viele Firmen ihren Lehrlingen Vergünstigungen an.

          Immer mehr junge Menschen ziehen das Studium einer Berufsausbildung vor. Das hat Folgen für die Unternehmen, denn allein in Hessen fehlen bis zum Jahr 2024 rund 175.000 Facharbeiter, schätzt Philipp Nimmermann (Die Grünen), Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium. „Wir brauchen junge Menschen in der Ausbildung“, sagte Nimmermann in Wiesbaden und erntete Zustimmung. Damit sich mehr Jugendliche für eine Lehre entscheiden, hat ein breites Bündnis unter der Führung der hessischen Industrie- und Handelskammern sowie der Handwerkskammern eine Rabatt-Karte für Auszubildende ins Leben gerufen. Die sogenannte Azubi-Card soll Lehrlingen Vergünstigungen bieten und Wertschätzung ausdrücken.

          Im März dieses Jahres startete die Aktion, an der sich auch die Steuerberater-, Ärzte- und Zahnärztekammer beteiligen. Etwa 120.000 hessische Auszubildende besitzen mittlerweile die Karte, die ihnen Rabatte beim Eintritt ins Freibad, in Museen und Vergünstigungen bei Einzelhändlern gewährt. Doch noch ist das Angebot nicht flächendeckend, und nicht immer wissen die jungen Leute, wo sie was erhalten können. „Wir wollen die Karte und ihre Möglichkeiten bekannter machen“, sagte Christian Gastl, Vizepräsident des Hessischen Industrie- und Handelskammertags. Die Wertschätzung für die Berufsausbildung müsse wieder viel stärker werden. Die Azubi-Card sei hierfür ein hervorragender Baustein.

          Das sehen offenbar auch immer mehr Unternehmer so. Beim Start im März hatten sich 100 Unternehmen als Partner registriert, mittlerweile machen nach Auskunft von Andreas Haberl von der Arbeitsgemeinschaft der hessischen Handwerkskammern 265 Unternehmen mit. Dabei soll es nicht bleiben, denn je mehr Angebote es gibt, desto attraktiver wird die Karte. Gestern hatten sich die Initiatoren daher in dem Wiesbadener Gastronomieunternehmen Tom & Sally’s getroffen, dessen Inhaber und Geschäftsführer Christian Knaus der Initiative beigetreten ist. Bei der Firma handelt es um ein junges Franchise-Unternehmen mit Hauptsitz in Gießen. „Für Studenten und Schüler gibt es schon lange Rabattkarten, die Auszubildenden sind bis jetzt hinten runtergefallen“, begründete Knaus seine Teilnahme, zumal er selbst zwei Lehrlinge ausbildet.

          Essen wird günstiger

          Bei Tom & Sally’s erhalten Lehrlinge nach Vorlage ihrer Karte ein kostenloses Getränk zu ihrem Essen. Das Konzept sieht vor, dass die teilnehmenden Unternehmen selbst entscheiden können, welche Art von Rabatt sie gewähren. Wichtig ist, dass sie sich registrieren, damit sie auf der Homepage (www.azubicard-hessen.de) gelistet sind. Die meisten der 265 teilnehmenden Firmen haben ihren Sitz in den hessischen Ballungsräumen. Es ist laut Haberl wichtig, weitere Unternehmen im ländlichen Raum zu gewinnen. Er räumte jedoch ein, dass es bestimmte Handwerksbetriebe gibt, deren Produkte sich nicht für eine Teilnahme eigneten. Gleichwohl sind die Initiatoren dabei, auch mehr Städte und Gemeinden einzubinden, um in den jeweiligen Kommunen etwa Rabatte beim Museumsbesuch oder im Schwimmbad anbieten zu können.

          Die Rabatt-Idee findet auch Serrick Clay gut, der derzeit bei Tom & Sally’s eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann macht. Der Sechsundzwanzigjährige ist Besitzer einer Azubi-Card, hat sie allerdings noch nicht eingesetzt, weil er nicht weiß, welche Geschäfte ihm einen Rabatt gewähren. Damit sich das ändert, befestigten die Initiatoren einen Azubi-Card-Aufkleber an der Tür des Ladens. Jetzt ist klar: Hier gibt es Rabatte für Lehrlinge.

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