https://www.faz.net/-gzg-9vjch

Kita-Skandal : Awo-Darstellung nicht schlüssig

Kontroverse um Anstellung: War das hohe Gehalt der Frau des Frankfurter Oberbürgermeister gerechtfertigt? Bild: dpa

Die Awo verspricht Aufklärung in Sachen Kita-Affäre. Doch noch immer bleiben viele Fragen zur Anstellung von Frau Feldmann, der Ehefrau des Frankfurter Oberbürgermeisters, offen.

          1 Min.

          In der Affäre um die Anstellung von Zübeyde Feldmann, der Ehefrau von Frankfurts Bürgermeister Peter Feldmann (SPD), als Leiterin der deutsch-türkischen Awo-Kita „Dostluk-Freundschaft“ im Frankfurter Ostend, gibt es weiterhin viele Ungereimtheiten. Die damals 29 Jahre alte Erziehungswissenschaftlerin und der Oberbürgermeister stehen seit Monaten in der Kritik, weil Zübeyde Feldmann, die damals mit Nachnamen noch Temizel hieß, im September 2015 die Leitung der Kita übernahm – obwohl sie kaum Berufserfahrung vorzuweisen hatte. Zudem erhielt sie ein ungewöhnlich hohes Gehalt und einen Dienstwagen. Den Vorwurf, dass diese Einstellung eine Gefälligkeitsleistung gewesen sei, wiesen sowohl Feldmann als auch die Arbeiterwohlfahrt in der Vergangenheit zurück.

          Martin Ochmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Sie verweisen darauf, dass Zübeyde Feldmann überdurchschnittliche konzeptionelle Arbeit haben leisten müssen, da die Kita ein Leuchtturmprojekt sei. Diese Arbeit habe sowohl ihre Einstellung als auch die überdurchschnittliche Bezahlung gerechtfertigt. Die Awo Wiesbaden behauptet zudem, dass die Kita ursprünglich auch nicht in Frankfurt entstehen sollte, sondern in Wiesbaden. Dafür sei Zübeyde Feldmann im November 2014 eingestellt worden.

          Fragen wirft in diesem Zusammenhang unter anderem ein Medienbericht aus dem Januar 2015 auf. In ihm ist zu lesen, wie Peter Feldmann die vorbereitenden Arbeiten für die Einrichtung der Kita „Dostluk“ im Ostend besichtigt. Damit wären, knapp zwei Monate, nachdem Zübeyde Feldmann in Wiesbaden eingestellt wurde, um das Konzept für die deutsch-türkische Kita in Wiesbaden zu erarbeiten, die Arbeiten für die Kita in Frankfurt in vollem Gange gewesen. Auch Aussagen von Mitarbeitern der Awo Berlin-Mitte passen nicht zur Version der Awo Frankfurt, laut der Zübeyde Feldmann im Alleingang schwierige konzeptionelle Arbeit geleistet habe. Demnach besuchte im Sommer 2014 eine Awo-Delegation aus Frankfurt – zu ihr gehörte Zübeyde Temizel – die Kollegen in Berlin, um sich dort eine deutsch-türkische Kita anzusehen. Die Awo-Mitarbeiter erinnern sich nicht, dass ein fachlicher Austausch mit Frau Feldmann stattgefunden hat. Auf die Bitte um eine Stellungnahme reagierte die Awo Frankfurt nicht.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Logo der Christdemokraten

          Schulden in Europa : Union uneins über Corona-Bonds

          In der Union wird debattiert, wie mit den im Zuge der Corona-Krise verursachten Schulden innerhalb der Länder der Europäischen Union umzugehen ist. Corona-Bonds sind ebenso im Gespräch wie ein sogenannter „Dreiklang der Solidarität“. Was steckt dahinter?

          Corona-Kitsch : Die Krise befeuert das Pathos

          Corona-Notizen, Corona-Briefe, Corona-Journale. Und jetzt auch schon das erste Buch: Warum die neue Zuversichtsprosa eine Zumutung ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.