Feldmanns fatale Fehler
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Fassade freundlicher Unbewegtheit: Peter Feldmann bei der Eröffnung des Frankfurter Weihnachtsmarktes Bild: dpa
Der Frankfurter Oberbürgermeister agiert im Umgang mit der Awo-Affäre unglaubwürdig. Eine Analyse der Ursachen.
So viel ist sicher: Die Krisenkommunikation von Peter Feldmann in den vergangenen zehn Tagen taugt als Schulbeispiel dafür, wie man es nicht macht. Nachdem am 19. November Vorwürfe, seine Frau habe als Leiterin einer Kita der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) ein überhöhtes Gehalt bezogen und unrechtmäßig einen Dienstwagen erhalten, bekanntgeworden waren, ging der Frankfurter Oberbürgermeister auf Tauchstation. Anfragen der Medien beschied sein Büro tagelang nicht etwa negativ, es antwortete einfach nicht.
Währenddessen kannte die Stadt kein anderes Thema, die Empörung war nahezu einhellig, immer neue Enthüllungen zu fragwürdigen Praktiken der Frankfurter und Wiesbadener Awo-Führungen befeuerten das öffentliche Interesse. Auffällig schnelle Karrieren von SPD-Nachwuchspolitikern ohne Hochschulabschluss, überhöhte Gehälter für Günstlinge, Dienstwagen mit mehr als 400 PS, teure Reisen, Mobbing gegen betriebsinterne Kritiker – es ergibt sich das Bild eines autoritär geführten Selbstbedienungsladens, das Genossen sonst gerne von Unternehmen der angeblich bösen freien Wirtschaft zeichnen. Dass Feldmann während seines Wahlkampfs 2012 einen eigens für ihn geschaffenen Posten bei der Frankfurter Awo bekleidete, der ihm offenkundig viel Zeit für politische Landschaftspflege ließ, macht die Sache nicht besser für ihn.
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