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Krise in der Autobranche : Norma einigt sich mit Gewerkschaft auf geringeren Stellenabbau

„Zukunft oder Widerstand“: Etwa 200 Norma-Beschäftigte protestierten Ende Juli in Offenbach gegen die Sparpläne des Autozulieferers. Bild: Hass, Landro, Lando

Der Autozulieferer Norma wird an seinem Stammsitz in Maintal deutlich weniger Arbeitsplätze streichen als zunächst angekündigt. Das Werk in Thüringen dagegen wird 2022 geschlossen.

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          Nach mehreren Wochen Verhandlungen hat sich der Schlauchschellen-Spezialist Norma am Wochenende mit der Gewerkschaft IG Metall darüber geeinigt, wie viele Arbeitsplätze in dem Unternehmen wegfallen werden. In der Zentrale im hessischen Maintal sollen nun nur maximal 100 Stellen gestrichen werden, mehr als ein Drittel weniger als im Sommer angekündigt. Für das Werk im thüringischen Gerbershausen dagegen gibt es keine Zukunft. Dort soll eine eigene Agentur nach Perspektiven für die Beschäftigten und für das Gelände suchen. Norma beschäftigt derzeit in Deutschland knapp 1000 Mitarbeiter, rund 700 davon in Maintal und 180 in Gerbershausen. Weltweit hat das Unternehmen 8500 Beschäftigte.

          „Das bestmögliche Ergebnis“

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Hersteller für Verbindungstechnik und Schlauchschellen leidet nicht nur stark unter der Corona-Krise, in der der Autoabsatz drastisch eingebrochen ist. So sank der Umsatz im ersten Halbjahr 2020 um mehr als ein Fünftel. Da sich die Autohersteller zunehmend auf Elektroantriebe umorientieren, die kaum noch Schläuche und Rohre benötigen, steht das Unternehmen unter Kostendruck. Norma hatte sich deshalb bereits Ende 2019 ein Sparprogramm namens „Get on Track“ verordnet. Demnach sollte das Werk in Gerbershausen schließen und die Aufträge nach Tschechien verlagert werden. In Maintal standen vor allem Stellen in der Verwaltung und der Logistik zur Disposition.

          Die jetzige Einigung über den Stellenabbau trage „wesentlich dazu bei, die Zukunft der Norma Germany zu sichern“, teilte Norma-Chef Michael Schneider im Anschluss an die Verhandlungen mit. Es handele sich um das „bestmögliche Ergebnis“. Die Vereinbarung muss allerdings noch von den IG-Metall-Mitgliedern und den Betriebsräten bei Norma bestätigt werden. Die soll möglichst bis zum 9. Oktober geschehen.

          Der Norma-Konzern stellt neben Schlauchschellen sogenannten Fluidsystem her, in denen Dieselabgabe per Harnstoff gereinigt werden. Hinzu kommen Steckverbindungen aus Kunststoff und Metall für Motoren und Kühlsysteme. Etwa die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit der Autoindustrie, weitere wichtige Kunden sind im Wassermanagement, im Schiffbau und in der Luftfahrt.

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