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Nach Sperrung am Mainufer : Bald rollen die Autos wieder

Die Sperrung des nördlichen Mainufers soll für Autos am Tag nach dem Museumsuferfest – voraussichtlich am 4. August – wieder aufgehoben werden. Bild: Lucas Bäuml

Der auf ein Jahr angelegte Versuch, das nördliche Mainufer zu sperren, bleibt wegen Corona ohne Ergebnis. In der Krise lassen sich keine vergleichbaren Verkehrsdaten erfassen.

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          Auf das Ergebnis haben die SPD und ihr Verkehrsdezernent Klaus Oesterling seit Wochen gewartet. Im April sollte endlich schriftlich vorliegen, welchen Weg die rund 20 000 Fahrzeuge wählen, die vor einem Jahr noch über die Straße am nördlichen Mainufer gerollt waren. Ende Juli wurde der knapp ein Kilometer lange, zentrale Abschnitt zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke gesperrt. Zunächst für ein Jahr. Danach wollte die Römer-Koalition aufgrund der bis dahin vorliegenden Verkehrsdaten beurteilen, ob die Sperrung wegen einer zu starken Belastung von Ausweichrouten aufgehoben werden muss. Nun wird es diese Daten gar nicht geben. Ein weitere Folge der Corona-Pandemie.

          Mechthild Harting
          (mch.), Rhein-Main-Zeitung

          Im März ist zwar das Verkehrsaufkommen auf sieben Ausweichrouten zur Mainkai-Strecke ermittelt worden, doch zu diesem Zeitpunkt hatten bereits die ersten Unternehmen begonnen, ihre Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten zu lassen. Später folgten die Vorgaben der Bundes- und der Landesregierung zur Vermeidung von Kontakten. „Wir können die Zählung nicht verwenden“, sagt Oesterling. Es sei auch kaum möglich, bis zu den Sommerferien neue, verwertbare Daten zu ermitteln. Wer wisse derzeit schon, „wann es wieder ein normales Verkehrsaufkommen geben wird“.

          Sperrung zum 4. August wieder aufgehoben

          Die im März erfassten Daten hätten Grundlage für den Vergleich mit dem im März 2019 gemessenen Fahrzeugaufkommen sein sollen. Damals waren auf dem nördlichen Mainufer die genannten 20 000 Autos und Lastwagen unterwegs. Ob ein Teil der Fahrer, die vor einem Jahr noch die zentrale Ost-West-Verbindung genutzt haben, mittlerweile auf den öffentlichen Nahverkehr umgestiegen sind oder sich andere Routen außerhalb der Frankfurter Innenstadt gesucht haben, kann damit auch nicht ermittelt werden.

          Eine Modellrechnung mit der Verkehrsdatenbasis Rhein-Main zur Vorbereitung der Sperrung hatte ergeben, dass möglicherweise 15 bis 20 Prozent der Fahrzeuge das nördliche Mainufer weiträumig umfahren, sich gut ein Drittel des Verkehrs auf die Berliner Straße, auf den Anlagenring sowie auf die Gartenstraße in Sachsenhausen und das südliche Mainufer verlagern würde. Das seien allerdings nur Anhaltswerte, hatte das Verkehrsdezernat seinerzeit mitgeteilt. Sie müssten durch genaue Zählungen während der Sperrung verifiziert werden, was nun nicht möglich ist.

          „Die Sperrung des nördlichen Mainufers wird am Tag nach dem Museumsuferfest wieder aufgehoben“, kündigte Oesterling am Mittwoch an. Es handelt sich dabei aller Voraussicht nach um den 4. August. Ob eine solche Sperrung für die Stadt sinnvoll sei, werde „mit der Kommunalwahl im Frühjahr 2021 entschieden“, sagt der SPD-Politiker. Diese Ankündigung kommt insofern nicht überraschend, als sich die CDU, der größte Partner in der Dreier-Koalition im Römer, bereits im Herbst festgelegt hatte, unabhängig von Verkehrszählungen die Sperrung der Straße beenden zu wollen. Auch die Grünen sprachen sich bereits Anfang des Jahres dafür aus, die Straße wieder zu öffnen. Allerdings sollte sie auf zwei Fahrspuren zurückgebaut werden, um komfortable Radwege anlegen zu können.

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