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Tödliches Autorennen auf A66 : Beuth fordert „harte Strafen“ für illegale Rennen

Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge an der Unfallstelle: Am Samstag ist bei einem Autorennen auf der A66 eine unbeteiligte Person ums Leben gekommen. Bild: dpa

Die drei Männer, die am Samstag bei einem Autorennen auf der A66 einen tödlichen Unfall verursacht haben, müssen sich nun wegen Mordes verantworten. Die Hintergründe des Rennens sind weiter unklar. Der Unfallverursacher schweigt.

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          Zwei Tage nach dem tödlichen Unfall infolge eines Autorennens auf der A66 ist der zweite Lamborghini-Fahrer identifiziert. Nach Informationen der F.A.Z. handelt es sich um einen Deutsch-Polen, der das Fahrzeug offenbar gemietet hatte. Zugelassen ist es im Ausland. Die Polizei hatte den Sportwagen, wie berichtet, noch am Samstagabend in Hofheim gefunden. Der Fahrer selbst befindet sich noch auf der Flucht.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat unterdessen die Ermittlungen übernommen. Sie hat Haftbefehl gegen alle drei Fahrer beantragt, die an dem Rennen beteiligt waren. Der Vorwurf lautet wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen mit gemeingefährlichen Mitteln, wie eine Sprecherin mitteilte. In Haft befinden sich bereits zwei der Beschuldigten: Zum einen der 29 Jahre alte Unfallverursacher, der Iraner war schon am Samstag im Krankenhaus festgenommen worden. Bei dem anderen Mann handelt es sich um den Fahrer des Porsche, ein Deutscher, der sich am Samstagabend in Aachen der Polizei gestellt hatte.

          Verdopplung der Zahl an illegalen Rennen fest

          Unklar ist hingegen noch die Rolle eines weiteren Mannes, der das Rennen gefilmt und ins Internet gestellt hatte. Wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte, wird nun geprüft, inwieweit die drei Beschuldigten sich untereinander kannten und sich möglicherweise zu dem Rennen verabredet hatten. Dazu gebe es jedoch noch keine gesicherten Erkenntnisse. Dem Vernehmen nach schweigt der 29 Jahre alte Unfallverursacher. Auch die Verbindung zu dem Filmer sei unklar. Es werde ermittelt, ob er das Rennen zufällig gefilmt habe.

          Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) hat sich derweil für harte Strafen gegen die Verursacher ausgesprochen. „Der Tod der unschuldigen Frau macht mich fassungslos, meine Gedanken sind bei den Angehörigen und Hinterbliebenen“, sagte er der F.A.Z. „Der bereits deutlich verschärfte Rechtsrahmen muss in solchen Fällen ausgeschöpft werden, um potentielle Nachahmer abzuschrecken und den besonderen Unwert einer solchen fürchterlichen Tat zu unterstreichen. Wer so egoistisch und rücksichtslos das Leben seiner Mitmenschen gefährdet, hat nichts hinter dem Lenkrad eines Sportwagens zu suchen, sondern gehört hinter Schloss und Riegel.“

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          Nach Angaben des Ministeriums ist die Zahl der registrierten illegalen Straßenrennen in Hessen von rund 30 im ersten Halbjahr 2019 auf etwa das Doppelte im ersten Halbjahr 2020 angestiegen. Die hessische Polizei begegnet illegalen Autorennen mit speziellen Kontrolleinheiten.

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