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Hochschule für Gestaltung : Vielfältige Ideen und Formen

Blick in den Ausstellungsraum der Hafenhalle Bild: Wonge Bergmann

An der Hochschule für Gestaltung in Offenbach geht es um autonome Kunst ebenso wie um nützliche Produkte. Davon kann man sich nun beim HfG-Rundgang überzeugen.

          Die Studierenden und Absolventen der Offenbacher Hochschule für Gestaltung sind in vielen Welten zu Hause. Angewandte und autonome Kunst, digitale Techniken, aber auch analoge Künste wie die Handzeichnung, die Bildhauerei und die Malerei durchdringen und befruchten sich an der Hochschule gegenseitig. Von diesem Austausch kündet der HfG-Rundgang, der an diesem Wochenende zum 21. Mal organisiert wird. Hier stellen die Designer und Künstler, die in Offenbach ausgebildet werden, ihre Arbeiten vor. Die zeugen, so wie jedes Jahr, von enormem Gestaltungswillen und großer schöpferischer Kraft.

          Christian Riethmüller

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Spätestens seit dem vergangenen Jahr, als mit Anne Imhof und Franz Erhard Walther gleich zwei Absolventen der HfG bei der Biennale in Venedig mit Goldenen Löwen ausgezeichnet worden sind, weiß nicht mehr nur ein Kreis von Experten, auf welch hohem Niveau die künstlerische Sparte der Offenbacher Hochschule angesiedelt ist.

          Zahlreiche Berufsfelder zu entdecken

          Die besuchen jetzt allerdings nicht nur junge Menschen, die Maler oder Bildhauer werden möchten. Hier schreibt sich ein, wer daran denkt, später einmal als Fotograf, als Illustrator, als Produktdesigner, als Typograph oder auch als Bühnenbildner seinen beruflichen Weg machen zu können. Vielleicht ist es auch eine Kombination aus mehreren Berufen, bekommen die Studenten doch auch ein handwerkliches Rüstzeug mit auf den Weg.

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          Sie müssen also nicht nur mit Kameras, Rechnern und Software zurechtkommen, sondern eben auch von Hand zeichnen und vielleicht auch schreiben können, was für manchen Digital Native eine ungewohnte Erfahrung sein dürfte. Die könnte sich aber auszahlen, möglicherweise auch im künstlerischen Bereich, wofür wiederum Anne Imhof ein gutes Beispiel ist. Bei ihr verbinden sich Malerei, Film, Video, Fotografie, Performance, Experimentelle Raumgestaltung und Bühnenbild, also lauter Sparten, die in Offenbach unterrichtet werden, zu einem Gesamtkunstwerk.

          In einer Gesellschaft, die von einer allgemeinen Ästhetisierung geprägt ist, spielt auch das Design eine immer bedeutendere Rolle, nicht zuletzt auch in Hinblick auf Herstellungs-, Vermarktungs- und Verbrauchsprozesse. Hier wirkt die HfG nicht nur im Großen etwa durch die Theoretiker, die an der Hochschule lehren, oder zu internationalem Ruhm gelangte Absolventen wie den immer noch in einem Offenbacher Hinterhof arbeitenden Möbeldesigner Sebastian Herkner, sondern auch im Kleinen durch pfiffige Produktideen ihrer Studierenden und Professoren, die derzeit vielleicht noch auf ihre Marktreife warten, aber eines Tages dazu beitragen könnten, Offenbachs und der Hochschule Namen weiter in die Welt hinauszutragen. Denn Stadt und HfG bedingen und befruchten einander mehr, als es mancher Beobachter wahrhaben möchte. Beim 21. Rundgang gibt es unzählige Möglichkeiten, die Probe aufs Exempel zu machen.

          21. Rundgang • Freitag, 6. Juli 2018 18 Uhr Eröffnung, HfG-Rundgang und Preisverleihungen (Isenburger Schloss, linke Kapelle) 18 bis 22 Uhr Rundgang Von 22.30 Uhr an „19. Crossmedianight“ auf dem Schlossplatz • Samstag, 7. Juli 2018 14 bis 22 Uhr Rundgang Von 22 Uhr an „Filmnacht“ auf dem Schlossplatz • Sonntag, 8. Juli 2018 14 bis 20 Uhr Rundgang • Führungen Sonntag, 8. Juli, 16 Uhr Führung durch die HfG-Kunsthalle, Nordring 150, mit Heiner Blum, Treffpunkt vor der Halle Samstag, 7. Juli, 16 Uhr Führung, Malerei mit Leonore Spemann, Treffpunkt HfG-Kunsthalle Freitag, 6. Juli, 20 Uhr, Samstag, 7. Juli, 16 Uhr, und Sonntag, 8. Juli, 16 Uhr Führungen, Integrierendes Design mit Peter Eckart, Treffpunkt Hauptgebäude, Zweites Obergeschoss, Raum 201 • Kinderführungen Samstag, 7. Juli, und Sonntag, 8. Juli, jeweils von 14.30 Uhr und 15.30 Uhr an Treffpunkt vor dem Brunnen auf dem Schlossplatz • Performances Freitag, 6. Juli, 19 Uhr und 20 Uhr, Samstag, 7. Juli, 18 und 20 Uhr HfG-Kunsthalle, „All You Need Is Love to Punch You in the Face Again“ (jeweils 30 Minuten lang) Freitag, 6. Juli, 19.50 Uhr HfG-Kunsthalle, „Panic at Every Social Event“ (5 bis 10 Minuten Dauer) Freitag, 6. Juli, 21 Uhr, Samstag, 7. Juli, 17 Uhr Isenburger Schloss, linke Kapelle, „Fully Accessible Body: The Private Show“ (30 Minuten lang) Freitag, 6. Juli, 19 und 20 Uhr, Samstag, 7. Juli, 18 Uhr, Sonntag, 8. Juli, 18 und 20 Uhr Frankfurter Straße (Höhe TEDi), „Open Space“ (30 Minuten lang) • Offene Türen Samstag, 7. Juli, 14 bis 16 Uhr Studieninformationszentrum, Schlossgrabenstraße • Ausstellungsorte Hochschule für Gestaltung Offenbach, HfG-Campus, Schlossstraße 31. HfG-Kunsthalle, Nordring 150, Eingang Kaiserleistraße 19. HfG-Zollamt Galerie, Frankfurter Straße 91. BOK – Bund Offenbacher Künstler, Kirchgasse 29. Rathaus Offenbach, Berliner Straße 100. Diesen Rundgang fotografierte Wonge Bergmann

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