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Türkische Großhochzeiten : Im Schritttempo über die Autobahn

Autokorsos nach Großhochzeiten: Oft ist der Hochzeitsgesellschaft die Rechtslage unklar. Bild: dpa

Sie sind oft ein Ärgernis und können Stau verursachen: Autokorso-Fahrten nach Großhochzeiten. Viel kann die Polizei aber nicht dagegen tun. Warum?

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          Es war kein illegales Autorennen. Auch kein Streik. Kein Unfall. Kein Falschfahrer. Als am 22. September vergangenen Jahres die A 66 am Wiesbadener Kreuz „dicht“ war, lag das einzig und allein daran, dass eine „türkische Großhochzeit“ gefeiert wurde, wie es später hieß. Mit einem Autokorso, der den Verkehr vorübergehend lahmlegte. Abwechselnd schnell und langsam fuhren die Wagen, darunter zwei Fahrzeuge der Marke Lamborghini, die sich abwechselnd überholten, wie Zeugen berichteten. Ein Polizeisprecher sagte später, solche Aktionen seien „ein Riesenaufreger“, aber oft passiere nicht viel. Dabei nimmt die Zahl von Großhochzeiten, bei denen Autobahnen blockiert werden oder Gäste durch die Innenstädte fahren und mit Schreckschusswaffen in die Luft feuern, zumindest gefühlt zu. Allein im vergangenen Jahr hat die Polizei in Hessen rund 20 Vorfälle gezählt.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          In Frankfurt beobachtet die Polizei das Phänomen seit 2018. Neunmal mussten die Sicherheitskräfte eingreifen – entweder, weil Autobahnen blockiert wurden, oder aber, weil aus den Autokorsos heraus in die Luft geschossen wurde, wie vor zwei Jahren an der Berliner Straße. Oft seien die Vorfälle von Anwohnern oder anderen Verkehrsteilnehmern gemeldet worden, sagt eine Polizeisprecherin. Die Polizei begegne derartigen Vorfällen „mit starken Kräften konsequent im Rahmen unserer Möglichkeiten“.

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