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FAZ Plus Artikel Hessen wächst : Aussterben abgewendet

  • -Aktualisiert am

Anziehungspunkt für viele Hessen: Die belebte Einkaufsmeile Zeil Bild: Michael Braunschädel

Seit einigen Jahren steigt die Zahl der Einwohner in Hessen wieder. Besonders im Rhein-Main-Gebiet mit Frankfurt im Zentrum siedeln sich jährlich Tausende an. Aber nicht nur dort.

          Hessens Einwohnerzahl nimmt zu; allen düsteren Prophezeiungen zum Trotz. Gingen die Prognosen noch vor fünf Jahren von einem deutlichen Bevölkerungsrückgang in den nächsten Jahrzehnten aus, hat sich die Entwicklung seitdem umgekehrt. Von Entwarnung kann dennoch keine Rede sein, weil sich die Zuwächse nur auf einige Teile Südhessens beschränken. Und während dort die Klagen über Wohnungsmangel und steigende Mietpreise lauter werden, sorgt man sich auf dem Land zunehmend wegen leerstehender Häuser und Geschäfte und einer bröckelnden Infrastruktur.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          2017 war in Hessen das geburtenstärkste Jahr seit 1971, vor allem aber wirkt sich die starke Zuwanderung aus Kriegs- und Krisengebieten und aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union aus. Der demographische Wandel bleibt für die Politik dennoch eine Herausforderung, weil es die nach Hessen kommenden Neubürger vor allem in die Metropolregion Rhein-Main zieht. Der ländliche Raum in Nord- und Mittelhessen ist von der grundsätzlich positiven Entwicklung weitgehend abgehängt. Prognosen zeigen, dass sich die Alterung der Gesellschaft trotz insgesamt zunehmender Einwohnerzahlen mittelfristig nicht stoppen lässt.

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          Unumkehrbarer Schrumpfungsvorgang

          Extreme Herausforderung: Der Einwohnerrückgang, die Konzentration der Bevölkerung in der Rhein-Main-Region und die dramatisch alternde Gesellschaft werden die hessischen Städte und Gemeinden in den nächsten Jahrzehnten vor enorme Herausforderungen stellen. Es gehe darum, den in vielen Regionen unumkehrbaren „Schrumpfungsvorgang“ aktiv zu gestalten und nicht ängstlich über sich ergehen zu lassen, mahnt der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Es werde zunehmend schwieriger, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Infrastruktur in ländlichen Gebieten aufrechtzuerhalten.

          Das Leben wird teurer: Wenn sich die Einwohnerzahl einer Gemeinde halbiert, fällt meist auch die Hälfte der Einnahmen fort. Die Kosten für die Grundversorgung – Trinkwasser, Abwasserreinigung, Strom, Gas, Internet – bleiben aber nahezu gleich; das heißt, die von den Bürgern zu zahlenden Gebühren steigen, weil die Fixkosten der kommunalen Infrastruktur auf weniger Einwohner umgelegt werden müssen. Aber auch Geschäfte und Arztpraxen schließen, Immobilien stehen leer, Schulen, Schwimmbäder und Sporthallen werden nicht mehr gebraucht. Das Angebot an Busverbindungen wird schlechter, weil der öffentliche Nahverkehr auf den Transport von Schülern aufbaut.

          Synergien nutzen: Zu stoppen ist der Bevölkerungswandel mittelfristig nicht. Die Herausforderung, den Wandel ohne Wachstum zu gestalten, besteht nach Ansicht von Sozialwissenschaftlern darin, Lebensqualität und Daseinsvorsorge in einer schrumpfenden Kommune im Zusammenwirken mit dem Umland sicherzustellen. Regionale Kooperationen müssten ausgebaut werden, zum Beispiel durch ein regionales Infrastruktur- und Flächenmanagement.

          Digitalisierung als Chance: In der Digitalisierung der Arbeitswelt sehen Forscher eine Chance für strukturschwache Regionen. Wer für ein Unternehmen in Frankfurt arbeite, könne das dank des Internets in Zukunft viel häufiger auch von seiner Wohnung auf dem Land aus tun. Voraussetzung dafür sei allerdings der verstärkte, öffentlich geförderte Breitbandausbau in abgelegenen Regionen.