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Ausstellung über NS-Zeit : Nur wenige Dokumente sind erhalten

Stiller Protest: Nicht alle Eschborner Fußballer haben damals die Hand zum Hitlergruß erhoben. Bild: Wolfgang Eilmes

In Eschborn hat der Stadtarchivar die erste Ausstellung über die Zeit des Nationalsozialismus zusammengestellt. Sie zeigt, wie stark der Staat ins Alltagsleben eingriff.

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          Längst haben die umliegenden Städte und Gemeinden die Zeit zwischen 1933 und 1945 aufgearbeitet. Allein Eschborn blieb bisher ein weißer Fleck, was nicht am mangelnden Forscherdrang von Stadtarchivar Gerhard Raiss, sondern an der mageren Aktenlage lag. Denn kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner waren 1945 auf Geheiß des Bürgermeisters alle brisanten Unterlagen aus der Nazi-Zeit auf einen großen Papierhaufen geworfen, mit dem letzten Benzin aus Feuerwehrautos verbrannt und das Aschenhäufchen in den Westerbach geworfen worden. Übrig blieben allein Rechnungsunterlagen aus den penibel geführten Kassenbüchern der Gemeinde und Fotos. Diesen Fundus hat Rais in jahrelanger Kleinarbeit gesichtet und ausgewertet.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

          Die verschiedenen Puzzleteile aus Bestellzetteln, Flugblättern und Zeitungsanzeigen ergeben nun einen erstaunlich guten Eindruck vom Alltag der Eschborner und Niederhöchststädter unterm Hakenkreuz: „Es wird deutlich, wie sehr der Staat in jede Fuge des Lebens eingriff.“ Die Ausstellung über die Jahre 1933 bis 1945 im Stadtmuseum am Eschenplatz zeigt dies in anschaulichen Bildern und Dokumenten.

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