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Ausstellung „Dagegen! Dafür?“ : Von Demokratie und Demonstrationen

„Fridays for Future“: Schüler gehen für den Klimaschutz auf die Straße. Bild: dpa

In der Ausstellung „Dagegen! Dafür?“ zeigt das Junge Museum Frankfurt Kindern und Jugendlichen, dass Meinungsvielfalt die Grundlage freiheitlicher Demokratien bildet.

          Vier historische Revolutionen und Protestbewegungen haben die Ausstellungsmacher für ihre Schau „Dagegen! Dafür?“ ausgewählt: Die Ereignisse vor der Wahl zur Nationalversammlung 1848, die Revolution am Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918, die Auseinandersetzung um den Bau der Startbahn West 1980 und das Occupy Camp vor der Europäischen Zentralbank 2011/12 werden dort näher beleuchtet.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Frankfurt steht dabei im Fokus. Die Revolution von 1848/49 ist unmittelbar mit der Stadt verbunden. Sie war eine erste bürgerlich-demokratische und nationale Einheits- und Unabhängigkeitsbewegung, die die Nationalversammlung in der Paulskirche und die ersten deutschen Grundrechte erwirkte.

          Abschaffung der Monarchie

          Die Novemberrevolution von 1918/19 führte dann in der Endphase des Ersten Weltkriegs zur Abschaffung der Monarchie und bereitete den Weg zu einer parlamentarisch-demokratischen Republik. Aus ihr ging das Frauenwahlrecht in Deutschland hervor.

          Die Proteste um den Bau der Startbahn West des Frankfurter Flughafens spitzten sich Ende 1980 zu und führten zur Besetzung des Baugeländes. Der Bau der Startbahn konnte nur unter massivem Polizeischutz realisiert werden. Zum Teil kam es zu gewalttätigen Protesten und Kundgebungen. Die jüngste große Protestaktion in Frankfurt, die Teil eines globalen Protestes war und weite Kreise zog, war die Occupy-Bewegung. Mit einem Camp vor der Europäischen Zentralbank wurde 2011/12 demonstriert.

          In der Ausstellung sollen schon Kinder erfahren, dass sie für ihre Rechte eintreten können. Um das spielerisch zu gestalten, erhalten alle Besucher nach einem kurzen Einführungsfilm als Kleingruppen ein Tablet, in dem ein virtueller Museumsguide durch die Ausstellung führt. Mit Animationen wird in das jeweilige Thema eingeführt, Aufgaben und Spiele regen zum Mitmachen an. Originalobjekte helfen dabei, die unterschiedlichen Aufgaben zu meistern.

          Man kann die Ausstellung aber auch bei einer Familienführung besuchen: Die nächste gibt es am 6. April. Vielleicht lohnt sich ein Besuch gerade aber auch besonders gut für Schulklassen. Dort wird, ausgelöst durch die Proteste der Klima-Aktivistin Greta Thunberg, gerade viel darüber diskutiert, was wichtiger ist: Demonstrationsrecht oder Schulpflicht.

          Dagegen! Dafür? – Revolution. Macht. Geschichte.

          Die Ausstellung findet im Jungen Museum im Historischen Museum Frankfurt statt, geöffnet dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, mittwochs 10 bis 21 Uhr und samstags und sonntags 11 bis 19 Uhr.

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