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Ausstellung im Ledermuseum : Anfassen ausdrücklich erwünscht

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Zugriff: Anderswo läuten Alarmglocken, wenn Besucher hinlangen, im Offenbacher Ledermuseum ist es erlaubt. Bild: Rainer Wohlfahrt

Das Deutsche Ledermuseum testet mit der Ausstellung „Von A bis Z. Das ist Leder!“ ein neues Konzept. Eine dabei Besonderheit ist die Interaktion. Denn die Besucher dürfen zugreifen.

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          Der Berliner Philosoph Byung-Chul Han behauptet, das Glatte sei die „Signatur“ unserer Zeit. Begründet hat er das im Essay „Die Errettung des Schönen“ mit Smartphones, den Skulpturen von Jeff Koons und dem Trend, Haare mit Hilfe von Wachs zu entfernen. Wer diesen Befund bedauert oder einfach einmal wieder eine ungewohnte haptische Erfahrung machen möchte, der kann das in Offenbach tun. Dort ist im Deutschen Ledermuseum die Ausstellung „Von A bis Z. Das ist Leder!“ zu sehen. Das Projekt hat keinen fixen Endpunkt und wird mindestens noch das gesamte nächste Jahr weitergeführt.

          An 24 Stationen, von A wie Antilopenpergament bis Z wie Ziegenleder, ist Anfassen ausdrücklich erwünscht. Fährt man mit der Hand über die ausgestellten Lederstücke, wird es mitunter kratzig. An einer Stelle riechen die Finger sogar nach Kaugummi, wenn man darüberreibt. Leder mit Kaugummigeschmack? Nein. Die zwei Dutzend an einer Station aufgeklebten Streifen sind tatsächlich aus Kaugummi, sie verweisen aber auf einen rosafarbenen Sneakerschuh, der in der Vitrine dahinter ausgestellt ist. Der kostet 200 Euro und entstammt einem holländischen Projekt. Das Obermaterial ist aus Rindsleder, und die Sohle besteht tatsächlich aus Kaugummis, die Mitarbeiter der Amsterdamer Stadtverwaltung von den Straßen der niederländischen Hauptstadt gekratzt haben. Ein Kilogramm Kaugummi ergibt vier Schuhsohlen.

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