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Ausstellung über Kriegsende : Als Aschaffenburg in Trümmern lag

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Trümmer: Überreste und ein Gemälde des zerstörten alten Bahnhofs. Bild: Rainer Wohlfahrt

Eine Ausstellung erinnert anlässlich des Kriegsendes vor 70 Jahren an die Opfer, die Zerstörung der Stadt und den Wiederaufbau.

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          Der Krieg war in Aschaffenburg schon am 3. April 1945 zu Ende. Doch die Stadt hatte nicht widerstandslos kapituliert, sondern die amerikanischen Streitkräfte eroberten die Anfang März zur „Festung“ erklärte Stadt erst nach heftigen Gefechten und einem brutalen Häuserkampf. Der sinnlosen Verteidigungsschlacht sollen Hunderte Deutsche und Amerikaner zum Opfer gefallen sein. Mit einer Ausstellung im Rathaus anlässlich des Kriegsendes vor 70 Jahren erinnert die Stadt an die Zerstörung Aschaffenburgs und die zahlreichen Opfer.

          Oberbürgermeister Klaus Herzog (SPD) sagte bei der Eröffnung, er empfinde tiefe Dankbarkeit für die Menschen, die aus den Trümmern wieder ein lebenswertes Gemeinwesen entstehen ließen, obwohl viele durch Bombenhagel, Flucht, Vertreibung und die Greuel an der Front traumatisiert gewesen seien. Er nannte den 8. Mai 1945, als das Kriegsende offiziell besiegelt worden war, einen einschneidenden Tag. Aber für viele Menschen sei der Krieg damals nicht zu Ende gewesen, sagte er und erinnerte an die Vertriebenen und die Gefangenen, die oft erst viele Jahre später nach Hause zurückgekehrt seien. Herzog forderte dazu auf, sich bewusstzumachen, dass Friede und ein schönes Leben nicht selbstverständlich seien, sondern der Rechtsstaat immer wieder verteidigt werden müsse.

          „Schwärzester Tag“ der Stadtgeschichte

          Die Ausstellung informiert auf Stellwänden über den Krieg und das Kriegsende in Aschaffenburg, den Wiederaufbau und das Alltagsleben. Fotografien belegen die Zerstörungen, aber auch den Wunsch nach Normalität, etwa in der Aufnahme des Volksfestes. 542 Zivilisten waren bei den Luftangriffen seit September 1944 ums Leben gekommen. Die Stadt glich einem Trümmerfeld. Etwa 70 Prozent der Häuser waren zerstört oder beschädigt. Als „schwärzester Tag in der Geschichte der Stadt“ gilt der Luftangriff am 21. November 1944, als 14 Tonnen Sprengbomben flächendeckend auf Aschaffenburg niedergingen. Mehr als 300 Menschen verloren dabei das Leben, etwa die Hälfte der Einwohner wurde obdachlos.

          Von den Verwüstungen, die der Krieg in Aschaffenburg angerichtet hatte, zeugt in der Ausstellung auch ein großformatiges Materialbild des Künstlers und Kunsterziehers Harald Germer. Der gebürtige Aschaffenburger hat, angeregt durch eine 2010 in der Lokalzeitung veröffentlichte Luftaufnahme des zerstörten Bahnhofsgeländes, diese trostlose Szenerie mit umgestürzten Waggons und Trümmerfeldern festgehalten. Fundstücke wie ein verbogenes Gleis und rostige Bomben, die 2009 bei Aushubarbeiten am Bahnhof entdeckt worden waren, verstärken den düsteren Eindruck des Bildes.

          Germer erzählte bei der Eröffnung, dass er durch die Fotografie mit den Eltern ins Gespräch gekommen ist. „Sie waren wohl froh, dass er vorüber war“, sagte er. Seine Eltern waren 17 Jahre und frisch verliebt, als der schwere Luftangriff stattfand. Beide überlebten mit ihren Familien in Luftschutzkellern. Nach dem Ende des Bombardements machten sich die jungen Leute durch die Trümmerlandschaft auf den Weg zu dem Elternhaus des jeweils anderen. Als sie vor den Ruinen standen, mussten sie das Schlimmste befürchten. Doch durch Zufall begegneten sie sich in der Innenstadt. Ihre Geschichte endete glücklich. Im März haben sie Germer zufolge ihren 68. Hochzeitstag gefeiert.

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