https://www.faz.net/-gzg-82aoa

Auschwitz-Überlebende in Fulda : „Zu wenig Engagement gegen Fremdenhass“

  • Aktualisiert am

Überlebte die Arbeits- und Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg: Esther Bejarano bei einem Zeitzeugengespräch in Fulda. Bild: dpa

Die Zeiten für Flüchtlinge seien in Deutschland rauher geworden. Die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano sagt, die Politik unternehme dagegen zu wenig.

          1 Min.

          Nach Ansicht einer prominenten Auschwitz-Überlebenden unternimmt die Politik zu wenig gegen aufkeimende Fremdenfeindlichkeit in Deutschland. „Das gesellschaftliche Klima ist rauher für Flüchtlinge und Ausländer in Deutschland geworden. Es ist eine Katastrophe, dass die Bundesregierung nicht mehr dagegen tut“, kritisierte Esther Bejarano am Freitag in Fulda vor einem Zeitzeugengespräch mit Schülern.

          Die 90 Jahre alte Jüdin überstand den Holocaust und die Arbeits- und Vernichtungslager im Zweiten Weltkrieg. Sie ist eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters im KZ Auschwitz. Mittlerweile hat sich die Wahl-Hamburgerin zur Vorkämpferin gegen das Vergessen der Nazi-Gräueltaten entwickelt und tourt mit Lesungen und Konzerten.

          Bejarano, Mitbegründerin und Ehrenvorsitzende des Internationalen Auschwitz-Komitees, mahnte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: „Die Regierung geht zu achtlos mit dem Thema um. Es ist nicht damit getan, einmal im Jahr eine Gedenkfeier zu veranstalten. Es braucht mehr Anstrengungen, dieses Kapitel nie in Vergessenheit geraten zu lassen.“ Große Sorgen bereiteten ihr die Pegida-Bewegung und die erheblich gestiegene Zahl rassistischer Übergriffe auf Asylbewerberunterkünfte.

          Weitere Themen

          Einfach mal die Welt retten

          F.A.Z.-Leser helfen : Einfach mal die Welt retten

          Die Autorin Katja Brandis hat ein Faible für Fantasy. Für die „Sonntagsgeschichten“ hat sie sich eine besondere Reihe ihrer Bücher herausgesucht.

          Topmeldungen

          Präsident Joe Biden mit Vizepräsidentin Kamala Harris am 11. Januar in Atlanta, Georgia

          Ein Jahr Joe Biden : Nicht Trump sein reicht nicht

          Als Joe Biden vor einem Jahr sein Amt antrat, kündigte er große Reformen an, um die Vereinigten Staaten zu heilen. Aber das Regieren fällt dem amerikanischen Präsidenten schwer.
          Haben viel vor und noch viel Vertrauen: Olaf Scholz und Robert Habeck

          F.A.Z.-Elite-Panel : Vorschusslob der Eliten für die Ampel

          Die deutschen Führungsspitzen begleiten den Start von SPD, Grünen und FDP mit außergewöhnlichem Wohlwollen. Aber die neue Allensbach-Elite-Umfrage birgt auch unerfreuliche Befunde und Handlungsaufträge für die Ampel – nicht zuletzt mit Blick auf China.
          Kunstfreiheit: ein Wandbild mit dem neuen Logo der Documenta 15 am sogenannten „ruruHaus“ in der Kasseler Innenstadt Foto Picture Alliance

          Streit um die Documenta : Das Dilemma von Kassel

          Die Auseinandersetzung um möglicherweise antisemitische Kunst auf der Documenta 15 kommt nicht zur Ruhe. Die internationale Großausstellung, die im Juni eröffnet, könnte zu einem Problem für die deutsche Kulturpolitik werden.