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Geschmacksache : Aus der Box auf die Teller

In pandemiefreien Zeiten legt Camelo Greco auf dem Rheingau-Gourmetfestival auch schon mal selbst Hand an. Bild: Wonge Bergmann

Auch er tut es: Der Frankfurter Sterne-Italiener Carmelo Greco bietet ein Menü zum Mitnehmen und Fertigmachen zuhause an. Lohnt es sich, das auszuprobieren?

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          Im kulinarischen Frankfurt ist der gebürtige Piemontese Carmelo Greco eine feste Größe. Zwei Jahrzehnte lang kochte er im Stadtteil Rödelheim, in der heute nicht mehr existierenden „Osteria Enoteca“. 2011 hat er sich dann mit einem Restaurant seines Namens an einem zen­traleren Ort in Frankfurt selbständig gemacht, am Ziegelhüttenweg in Sachsenhausen. Für seine italienisch-mediterrane Küche hält er seit langem einen Michelin-Stern.

          Jacqueline Vogt
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Jetzt, in der Pandemie, bietet Greco monatlich wechselnde Fünf-Gänge-Menüs zum Mitnehmen an, die weitgehend vorgefertigt sind, bei denen man aber noch ein paar Handgriffe selbst tun muss.

          Produktbezogener Stil

          Das Angebot im Mai ist attraktiv, nicht zuletzt weil es Gerichte enthält, in denen sich, soweit das mit einem solchen Format möglich ist, die Bandbreite des Kochs zeigt. In den Anfängen seiner Zeit in Frankfurt war das Essen bei Greco oft von einer ländlich-süffigen Kraft, immer wieder mit eher groben Details.

          Inzwischen ist Grecos Stil recht streng produktbezogen, etliches ist insgesamt noch durchaus rustikal, aber in der Ausarbeitung feiner geworden. Man kann bei Greco viele Klassiker der italienischen Küche bestellen, wird sie aber in einer Art serviert bekommen, die weit oberhalb des Üblichen liegt.

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          Das To-go-Menü beginnt mit einer Parmesan-Royale, einer Art festen Puddings aus Käse, Sahne und Eiern. Er wird im Ofen kurz erwärmt, eine beigefügte vakuumierte Erbsencreme kommt für ein paar Minuten ins Wasserbad, dann wird beides mit einer kalten Espresso-Orangen-Reduktion angerichtet: ein Klassiker des Hauses, mit gut ausbalancierter Wucht, die seine Beliebtheit nachvollziehbar macht. Die alternative Vorspeise, ein Tatar von Thunfisch mit Entenleber und feinem Erdbeer-Mus, ist im Vergleich so mild, dass einem etwas Salz fast schmerzhaft fehlt.

          Reines Vergnügen sind die Parmesan-Ravioli mit Kalbsragout. Das Ragout ist in der Pfanne zu erwärmen, die Ravioli sind für zwei Minuten zu sieden, dann wird gemischt, das geht schnell, macht Spaß, das Ergebnis auch.   

          Üppiges, gelungenes Menü

          Immer sind es Details, die aus etwas Gutem das Besondere machen. Beim Ora-King-Lachs mit weißem und grünem Spargel (beides in einer Schale, die wieder für ein paar Minuten in den Ofen kommt) ist es eine sämige Bärlauch-Vinaigrette, beim Bürgermeister-Stück vom Wagyu, das kurz anzubraten ist, fällt der fruchtige Ton des begleitenden Rinderjus auf.

          Top: das Dessert, eine von Erdbeeren umkränzte, auf eine dünne Teigplatte gesetzte Creme aus Piemonteser Haselnüssen unter einer Schokoladenhülle. Fazit: anfangs etwas üppiges, insgesamt gelungenes Menü, bei dem nicht mehr all zu viel zu tun ist (89 Euro je Person, www.carmelo-greco.de)

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