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Aus dem Frankfurter Geschäftsleben : Viele Baustellen zur Sommerzeit

Der Cashmere-Spezialist Repeat hat in der ehemaligen Viktoria-Apotheke eine Filiale eröffnet. Bild: Rüchel, Dieter

Designer René Storck hat die Goethestraße verlassen. Die Zukunft des Labels ist ungewiss. Zurzeit auch Baustellen: die Geschäfte von Lorey, Zara und Marc O’Polo. Bei Steinway blitzt es schon neu.

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          Er zählt zu den wenigen Frankfurter Modedesignern, deren Name auch im Ausland wahrgenommen wird. Gerade erst hatte René Storck - ein gebürtiger Mainzer, der inzwischen die Hälfte des Jahres in Paris lebt, wo er auch eine eigene Schau hat - sein Geschäft an der Goethestraße renoviert. Das Ladenlokal war 2007 an der Luxus-Einkaufstraße eröffnet worden, nachdem ein Investor aus dem Finanzgewerbe in das Unternehmen eingestiegen war. In der Folge hatte Storck eine Großhandels-Kollektion aufgebaut, die in zwölf ausgesuchten Geschäften verkauft wird, in diesem Jahr auch erstmals in New York. Seit dem 30. Juni aber ist das eigene Geschäft nun geschlossen. Wie aus dem Investoren-Umfeld zu hören ist, hat Storck seine Ämter als Geschäftsführer und Designer der René Stork GmbH niedergelegt. Der Erfolg, den der bekennende „Jil-Sander-Schüler“ in der Szene und in der Presse genießt, habe sich in wirtschaftlicher Hinsicht nicht eingestellt, heißt es. Die letzte Orderrunde sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die bestellte Herbst- und Winterware werde jedoch pünktlich ausgeliefert. Noch geprüft werde, ob und in welcher Form es weitergehe. Schon fest steht aber der Nachmieter an der Goethestraße: Es handelt sich um die französische Modemarke Paule Ka.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Steinway-Haus und Alnatura an der Bockenheimer Landstraße

          Die Bockenheimer Landstraße entwickelt sich. Im neu erbauten Bürokomplex Occidens, in dem auch die Café-Kette Dulce Schokolade und Eis verkauft, hat der Klavierhersteller Steinway kürzlich ein eigenes Geschäft eröffnet, die fünfte Niederlassung in Deutschland. Verkauft werden hier Instrumente der Steinway-Marken Steinway & Sons, Boston und Essex. Das Steinway-Haus soll nach Angaben des Unternehmens auch musikalischer und kultureller Treffpunkt sein. Eine Veranstaltungsfläche bietet Platz für 50 Personen. Bisher hatte das Pianohaus Atzert am Oeder Weg die Steinway-Vertretung in Frankfurt. Das laufe nun aus, heißt es bei Atzert. Ebenfalls an die Bockenheimer Landstraße wird im Dezember der Darmstädter Biosupermarkt-Betreiber Alnatura in einer ehemaligen Bankfiliale einen neuen Markt mit 400 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnen. Damit ist Frankfurt der zweitstärkste Standort nach Berlin mit sieben Filialen. Die Lage unweit der Alten Oper ist interessant für alle, die im Bankenviertel arbeiten. Auch die Bewohner aus dem Westend könne man noch mitversorgen, heißt es.

          Jada-Fashion macht Sprung nach Dribbdebach

          Seit Dezember 2010 ist die Boutique Jada (sprich „dschäida“) Fashion&Art am Grüneburgweg eine feste Adresse für Damen des West- und des Nordends, die trendige, aber noch bezahlbare Mode suchen. Zu den Labeln zählen unter anderem Victoria Beckham, Anja Gockel, Loiza und Laeticia Klein. Den Zusatz „art“ hat die Boutique deshalb, weil Inhaberin Manuela Sinn malt und neben der Mode ihre abstrakten Ölgemälde verkauft. Seit kurzem hat Jada Fashion eine Dependance an der Schweizer Straße, in einer ehemalige Reinigung, deren Raum mit 50 Quadratmetern deutlich kleiner ist als das Hauptgeschäft. Das Konzept Mode und Kunst sei aufgegangen, sagt Sinns Geschäftspartner Khodayar Bahmani. Deswegen habe man den Sprung nach Sachsenhausen gemacht. Am der Schweier Straße gebe es das passende Publikum.

          Alles neu bei Zara, Marc O‘Polo und Lorey

          Gleich drei Geschäfte nutzen die Ferienzeit zum Umbau ihrer Filialen. Zwei davon - Zara an der Zeil und Marc O’Polo am Steinweg - haben geschlossen. Die zur spanischen Inditex-Gruppe gehörende Modekette Zara setzt an der Zeil auf 1500 Quadratmetern das neue Store-Konzept um, das im Frühjahr erstmals im New Yorker Flaggschiff an der Fifth Avenue vorgestellt wurde. Den luxuriösen Ladenbau hat ein hauseigenes Designerteam geplant. Themenwelten und eine neue Anordnung der Laufwege sollen nach Angaben einer Unternehmenssprecherin eine bessere Orientierung geben. Für Ende August ist die Neueröffnung in Frankfurt geplant. Voraussichtlich schon Anfang August wird das Modeunternehmen Marc O’Polo, seit 1999 sesshaft am Steinweg (500 Quadratmeter), seine rundum erneuerte Filiale vorstellen. Auch hier wird ein neues Ladenkonzept umgesetzt. Schöner, heller, freundlicher - so will sich das Haushaltswarengeschäft Lorey von September an zur Schillerstraße hin präsentieren. Ein Teil der Fassade wird zurzeit erneuert, die Verkaufsfläche dahinter modernisiert. Und dann gibt es noch eine Baustelle am Oeder Weg. Hier renoviert das Feinkostgeschäft Schmidt’s Wild. Obst und Gemüse werden vorübergehend in der Nachbarschaft verkauft. Auf der überdachten Freifläche der ehemaligen Tankstelle ist jetzt jeden Tag Wochenmarkt.

          Repeat-Flagship an der Freßgass’

          Das Wetter konnte zur Eröffnung passender nicht sein. Bei Temperaturen, bei denen man etwas Flauschiges auf den Schultern gut vertragen kann, ist der Schweizer Cashmere-Spezialist Repeat in der ehemaligen Viktoria-Apotheke an der Freßgass’ angekommen. Der denkmalgeschützte Rundbau aus den fünfziger Jahren mit den für die damalige Zeit typischen goldeloxierten Fenstern war zuvor aufwendig renoviert worden. Auch bei der Inneneinrichtung mit italienischem Marmor und dunkel gebeiztem Eichenholz wurde nicht gespart. Auf zwei Ebenen zeigen die Schweizer in ihrem zweiten deutschen Vorzeigegeschäft die Kollektionen von Repeat, Joe Taft und Dtlm.

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