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Auktion in Wiesbaden : 3000 Euro für eine echte Fälschung

  • -Aktualisiert am

Mit Butterscotch: Sinika Romisch inspiziert den Ring von Michael Irmscher Bild: Michael Kretzer

„Experten bewerten“ heißt die Aktion eines Lagerraumanbieters in Wiesbaden. Mitarbeiter eines Auktionshauses schätzen Gemälde, Uhren, Schmuck und Porzellan. Der Andrang ist größer als erwartet.

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          „Also, das ist eine Fälschung“, sagt Reno Daschmann vom Wiesbadener Auktionshaus. „Ist das kein Kujau?“, fragt sein Gegenüber verunsichert nach. „Doch“, antwortet der Experte und fügt an: „Aber Kujau hat fast immer gefälscht. Daher ist das Bild eine Fälschung, und zwar eine sehr populäre.“ Das beruhigt den Fragesteller, der nun die für ihn entscheidende Frage stellt: „Was ist es denn wert?“ Daschmann zögert, schaut sich die Signatur auf dem Gemälde noch einmal genau an und sagt dann: „Konrad Kujau ist durch seine Fälschungen der Hitler-Tagebücher so bekannt geworden, da ist alles möglich. Das Bild kann Ihnen 1500 Euro oder aber auch 3000 Euro bringen.“

          Entspannt lehnt sich Wolfgang Wocheslander zurück. „Meine Lebensgefährtin hat das Bild 1998 in Chemnitz für 2000 D-Mark gekauft“, sagt er, während um ihn herum reger Betrieb herrscht. Der Wiesbadener sitzt im Eingangsraum des Lagerraumanbieters „My-Place-Self-Storage“ an der Mainzer Straße. Während er darüber sinniert, was mit der echten Fälschung nun zu tun ist, drängen sich zahlreiche Menschen hinter ihm, um ebenfalls ihre Schätze bewertet zu bekommen. „Es hängt im Wohnzimmer“, sagt er schließlich und kündigt an: „Da kommt es auch wieder hin.“

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