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Klagen am Verwaltungsgericht : Auktion an Odenwaldschule endet

  • Aktualisiert am

Auch im Auktionsangebot: Konzertflügel der Odenwaldschule Bild: dpa

Die einst angesehene Odenwaldschule ist seit einem Jahr Geschichte, auch als Folge eines Missbrauchsskandals. Inzwischen wird ihr Inventar zu Geld gemacht, die Immobilien sollen folgen. Das Verwaltungsgericht Darmstadt hat mit zwei Klagen zu tun.

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          Auch ein Jahr nach dem Aus für die Odenwaldschule ist um das einstige Vorzeige-Internat noch lange keine Ruhe eingekehrt. Unterrichtet wird im südhessischen Heppenheim zwar nicht mehr. Diese Woche steht aber für das Insolvenzverfahren ein wichtiger Termin an. Die fast drei Monate dauernde Versteigerung des Inventars soll an diesem Donnerstag zu Ende gehen, wie ein Sprecher der Insolvenzverwaltung mitteilte. Auch die Immobilien sollen verkauft werden. Vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt gibt es zwei Klagen.

          Wie ist die Versteigerung gelaufen?

          „Wir sind bislang zufrieden“, teilt Insolvenzverwalterin Sylvia Rhein mit. „Das Interesse an dem Inventar ist sehr groß.“ Es gab Besichtigungstage, an denen Interessenten sich die Gegenstände an der Odenwaldschule selbst anschauen konnten, zusätzlich zu den Bildern im Internet. Zu haben sind Musikinstrumente, Technik, Sportgeräte, Werkzeuge und alles mögliche für eine Kantine. „Schubladen mit dem gesamten Besteck bis hin zur Industrieküche“, sagt ein Sprecher der Insolvenzverwalterin.

          Was ist mit dem Rest der Odenwaldschule?

          Die Immobilien samt Grundstücke sollen verkauft werden. Es gebe Interessenten, lässt die Insolvenzverwalterin mitteilen. Wer das ist und wann eine Entscheidung ansteht, wird nicht verraten. „Alle Beteiligten haben sich zu einer Verschwiegenheit verpflichtet“, sagt der Sprecher.

          Wie kam es zur Insolvenz?

          Nach einem Missbrauchsskandal stürzte das Reform-Internat in eine Krise und kam nicht zur Ruhe. Der Privatschule fehlten dann zahlende Schüler, Probleme wie etwa zu viel Personal wurden verschleppt. „Die Geschäftsführung versäumte es, rechtzeitig Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen, die eine Insolvenz hätten verhindern können“, erklärte Rhein, als das Insolvenzverfahren im Sommer vergangenen Jahres eröffnet wurde. „Das Ergebnis der Prüfung belegt, dass die Insolvenz der Schule durch betriebswirtschaftliches Missmanagement eingetreten ist.“

          Warum wurde die Odenwaldschule geschlossen?

          Das Konzept für eine Fortführung der insolventen Einrichtung reichte den Aufsichtsämtern nicht aus. „Nach den den Behörden vorgelegten Unterlagen ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit für den Weiterbetrieb der Odenwaldschule nicht gesichert“, teilten das hessische Kultus- und das hessische Sozialministerium vor einem Jahr (2. September) mit. Die „im eingereichten Konzept vorgesehenen und schriftlich vorliegenden Schülerzahlen für einen langfristigen wirtschaftlich beziehungsweise finanziell tragfähigen Schulbetrieb (sind) nicht valide belegt und daher nicht ausreichend“.

          Gibt es Klagen vor Gericht?

          Das Verwaltungsgericht Darmstadt ist mit zwei Klageverfahren beschäftigt. In einem pocht die Schuldorf Lindenstein gGmbH - eine Gruppe von Eltern und Sponsoren - laut Gericht auf Genehmigung einer Ersatzschule. Die Initiative will an der Odenwaldschule unter anderem Namen und in anderer Form weitermachen. Die andere Klage: Die Insolvenzverwalterin wehrt sich dagegen, dass die ursprünglich erteilte Schulgenehmigung durch die Behörde aufgehoben wurde. „Mit einer Terminierung ist ... in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen“, teilt ein Sprecher des Gerichts mit.

          Was war mit dem Missbrauchsskandal?

          Es hatte systematische Übergriffe von Lehrern auf Schüler gegeben. Sie liegen teils Jahrzehnte zurück, kamen schließlich 2010 umfassend an die Öffentlichkeit, kurz vor der Feier zum 100-jährigen Bestehen der Odenwaldschule. Ein Abschlussbericht nannte 132 Opfer, ausgegangen wird aber von bis zu 500. Der Skandal brachte die Schule ins Trudeln.

          Was geschieht mit den Schul-Unterlagen und dem Archiv?

          Das alles wird in einer Mammut-Aufgabe im Staatsarchiv Darmstadt erfasst. Einiges soll bis Ende dieses Jahres fertig sein. Nicht alles ist für die Öffentlichkeit gedacht. Für die rund 4500 Schüler-Akten gilt der Datenschutz.

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