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Aufwärtstrend und Zuschüsse : Die Tennishochburg Rhein-Main

Der Bad Homburger Tennisclub: 2020 werden sich Weltklasse-Spielerinnen im Kurpark auf das Wimbledon-Turnier vorbereiten. Bild: Cornelia Sick

Nach einem jahrelangen Tief im Tennissport erlebt die gesamte Region einen spürbaren Aufwärtstrend. Die höchsten Zuschüsse für Investitionen gewährt Frankfurt. Für Angelique Kerber ist allerdings eine andere Stadt interessant.

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          Wer Boris Becker aufbieten kann, bekommt immer noch viel Aufmerksamkeit. So war es auch gestern in Hochheim. Dort hat ein Investor seine Pläne für eine Tennis-Akademie mit 18 Innen- und 21 Außenplätzen vorgestellt. In einem angeschlossenen Internat sollen Kinder von der sechsten Klasse an auf eine Karriere im Profisport vorbereitet werden, Abitur inklusive. Becker, der in einem privaten Insolvenzverfahren steckt, gibt dafür seinen Namen her.

          Wie fundiert das Projekt im Main-Taunus-Kreis ist, wird sich weisen. Die Pläne bestätigen in jedem Fall einen Trend in der Region: Nach einem jahrelangen Tief des Tennissports ist ein Aufwärtstrend zu spüren, der sich auch anderswo nachweisen lässt.

          Angelique Kerber kommt nach Bad Homburg

          Im benachbarten Hochtaunuskreis zum Beispiel. Im Juni 2020 werden in Bad Homburg Weltklasse-Spielerinnen auf Rasen servieren. Zu den Damen, die sich im Kurpark auf das anschließende Wimbledon-Turnier vorbereiten, soll auch die seit Jahren beste Deutsche, Angelique Kerber, zählen. Sie kann sich vorstellen, nach ihrer Karriere in der Kurstadt als Turnierdirektorin zu fungieren. Bad Homburg hat eine lange Tennistradition: Der Tennis-Club Bad Homburg, dessen Sandplatz Nummer 2 für fünf Jahre zu einem Rasenspielfeld umgewandelt wird, ist 1876 gegründet worden – ein Jahr bevor im Londoner Wimbledon das erste Turnier ausgetragen wurde. Überdies gibt es in Offenbach seit Jahren eine vom ehemaligen Davis-Cup-Spieler Alexander Waske betriebene Tennis-Akademie.

          Hochheim, Bad Homburg, Offenbach – doch wer über den Tennisaufschwung in der Region spricht, kommt an Frankfurt nicht vorbei. Die Stadt hat sich vor gut zwei Jahren dazu verpflichtet, Zuschüsse von bis zu 50 Prozent zum Bau von Hallen und zur Sanierung von Außenplätzen zu gewähren. Der Anteil des Zuschusses hängt von der Zahl der Jugendlichen im Verein ab. Rund zehn Millionen Euro stehen bereit; das Geld wird von den gut 40 Vereinen mit ihren etwa 10.000 Mitgliedern rege abgerufen. Frankfurt fördert nicht nur den Breitensport. Vier Mal seit 2014 hat die Stadt ein Davis-Cup-Match der deutschen Herren in die Ballsporthalle geholt. Das alles sind gute Zeichen. Der Aufschwung ist ein Glück. Denn Tennis ist ein toller Sport.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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