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Aufklärungsquote steigt : Wiesbaden sicherste Großstadt in Hessen

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Seit dem gewaltsamen Tod dieses Schülers nahe des alten Schlachthofs in Wiesbaden gibt es dort neben Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt auch Präventionsangebote Bild: dpa

Laut Kriminalitätsstatistik für Westhessen sinkt in der hessischen Landeshauptstadt die Zahl der Straftaten. Die Aufklärungsquote steigt dagegen.

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          Seit vielen Jahren wetteifern Wiesbaden und Darmstadt um den Titel der sichersten Großstadt in Hessen. Als Indikator hierfür dient die sogenannte Häufigkeitszahl, also die Anzahl der Straftaten gerechnet auf 100.000 Einwohner. Während nach dieser Messmethode 2007 und 2008 Wiesbaden als sicherste Großstadt Hessens galt, musste sich die Kommune in den Jahren 2009 bis 2011 mit dem Platz zwei hinter Darmstadt zufriedengeben. Mit einer Häufigkeitszahl von 8288 ist Wiesbaden nun wieder an der Konkurrentin, die auf einen Wert von 8358 kam, vorbeigezogen. Dies geht aus der Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Westhessen für 2012 hervor, die Polizeipräsident Robert Schäfer und Gerald Müller, Leiter der Polizeidirektion Wiesbaden, vorstellten.

          Die Zahl der erfassten Straftaten ging in Wiesbaden 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf 23 118 Fälle zurück. Dies sei im Zehn-Jahres-Vergleich die niedrigste Belastung, so Müller. Die Aufklärungsquote stieg um 1,3 Punkte auf 57 Prozent und ist damit den Angaben zufolge die beste, die man je in Wiesbaden erreicht hat.

          Rückgang der Körperverletzungsdelikte

          Von einer „hervorragenden Entwicklung der Hauptzahlen“ sprach Schäfer auch mit Blick auf das Gesamtgebiet des Polizeipräsidiums Westhessen; dieses umfasst neben Wiesbaden auch die Kreise Hochtaunus, Limburg-Weilburg, Main-Taunus und Rheingau-Taunus mit insgesamt rund 1,1 Millionen Einwohnern. Die Fallzahl sank 2012 um 4,1 Prozent auf 59.760 und lag damit erstmals unter der Marke von 60.000. Im gleichen Zeitraum stiegt die Aufklärungsquote um knapp einen halben Punkt auf den Höchststand von 57,7 Prozent. Betrachtet man die Zahlen für Wiesbaden, fällt etwa der Rückgang der Körperverletzungsdelikte um 4,4 Prozent auf, wobei vor allem bei schwerer und gefährlicher Körperverletzung weniger Fälle registriert wurden; gleichzeitig stiegen die Aufklärungsquoten. Auch was Straßenkriminalität anbelangt, sank die Zahl der registrierten Straftaten um 661 auf 5115 Fälle.

          Was die Jugendkriminalität angeht, so betrug der Anteil von Personen unter 21 Jahren an allen Tatverdächtigen 2012 in Wiesbaden 23,7 Prozent; damit sank die Quote um 0,7 Punkte. Weniger positiv ist die Entwicklung, was den Anteil junger Täter an Körperverletzungen auf Straßen, Wegen und Plätzen angeht. Denn während die Zahl aller Tatverdächtigen, also inklusive der Erwachsenen, von 544 auf 480 sank, blieb die Zahl der Tatverdächtigen unter 21 Jahren beinahe konstant. Dadurch erhöhte sich ihr Quote von 49 auf 55,2 Prozent. Dies sei etwas, was die Menschen ängstige und die Bürger davon abhalte, nachts auf den Mauritiusplatz zu gehen, sagte Schäfer. Durch hohe Polizeipräsenz seien in den vergangenen Jahren Rückgänge verzeichnet worden. Es bedürfe niederschwelliger mobiler Jugendarbeit.

          Kontrollen und Präventionsangebote

          Erfreut zeigte sich Schäfer, dass die Zahl der Besucher im Kulturpark Schlachthof gestiegen sei; dieser habe an Attraktivität gewonnen. Wie berichtet, war Ende 2010 auf dem Areal ein Jugendlicher gewaltsam zu Tode gekommen. Nach dem Vorfall hatte man ein Konzept entwickelt, das neben Kontrollen von Polizei und Ordnungsamt auch Präventionsangebote umfasst.

          Mit Sorge erfüllt die Polizei, dass die Zahl registrierter Enkeltrick-Fälle im Zuständigkeitsgebiet des Präsidiums von 28 auf 58 gestiegen ist. Bei dieser Betrugsmasche geben sich die Täter am Telefon gegenüber Senioren als Verwandte oder Freunde aus, um Geld zu ergaunern. Allein in Wiesbaden betrage der Schaden 100.000 Euro. Die Opfer würden um ihr Lebenswerk betrogen.

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