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Europäische Schule Frankfurt : Lösung für Schule und Vereine rückt näher

  • -Aktualisiert am

Nah am Wasser: So könnte die Europäische Schule gelegen sein. Bild: Simulation Stadt Frankfurt

Zieht die Europäische Schule in Frankfurt auf die Sportanlage Mainwasen? Die CDU will die Vereine dafür gewinnen. Sie zeigen sich nicht abgeneigt.

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          Auf der Suche nach einem geeigneten Standort für die Europäische Schule konzentriert sich die Frankfurter CDU-Fraktion auf die Sportanlage Mainwasen in Sachsenhausen. Eine für Donnerstagabend angesetzte Informationsveranstaltung wurde wegen der ansteigenden Infektionszahlen kurzfristig vom südlichen Mainufer ins Internet verlegt. Via Zoom informierten Sportdezernent Markus Frank und Baudezernent Jan Schneider (beide CDU), wie das Sportgelände an die Offenbacher Landstraße in Oberrad verlegt werden könnte.

          Sollte die von den beiden Dezernenten favorisierte Lösung die Zustimmung des SV 1894 Sachsenhausen und des VfL Germania 1894 finden, dann würde zunächst als Ersatz ein neuer Sportplatz gegenüber der Theologischen Hochschule St. Georgen errichtet werden. Erst nach der Inbetriebnahme des Sportplatzes würden dann die Bauarbeiten für das Schulgebäude beginnen.

          Die Sportvereine haben bereits ihre Zustimmung signalisiert. Bei einem von Sportdezernent Frank organisierten Workshop konnten sie in der vergangenen Woche ihre Anforderungen an einen neuen Sportplatz äußern. Die so entstandene Entwurfsstudie sieht zwei große Kunstrasenflächen und ein Jugendspielfeld vor. Hinzu kommen einige kleinere Spielfelder und mehrere sogenannte Soccer Courts für die jüngsten Fußballer. Tennisplätze, eine Grillhütte und ein Spielplatz sind ebenfalls vorgesehen. Daneben soll ein multifunktionales Vereinsgebäude mitsamt großem Veranstaltungsraum, Gaststätte sowie Jugendraum und Umkleidekabinen entstehen.

          Europäische Schule wartet seit 15 Jahren auf Bauland

          Für Maurice Skowronek sind die Gespräche gut und vertrauensbildend verlaufen. „Wir haben aufgeführt, was wir alles brauchen“, sagte das Vorstandsmitglied des SV Sachsenhausen. Wichtig sei für beide Vereine gewesen, dass sie mit dem neuen Sportplatz an Entwicklungsmöglichkeiten gewännen. „Wir sind die zwei ältesten Fußballvereine Frankfurts mit über 900 Mitgliedern. Und wir wachsen“, sagte Skowronek. Bevor man aber eine endgültige Zusage an die Politik erteile, wolle man die Mitglieder befragen.

          Auf eine Zusage setzen derweil die Sport- und Baudezernenten. Denn für sie ist die Europäische Schule zu einem Sorgenkind geworden. Zwar handelt es sich um eine Institution der Europäischen Union, und der Bund hat die Verantwortung für die Baufinanzierung. Aber die Stadt steht in der Pflicht, Bauland bereitzustellen. Darauf wartet man bei der Europäischen Schule seit ihrer Gründung vor mehr als 15 Jahren. Denn der jetzige Standort in Niederursel war immer schon als Interimslösung gedacht. Deshalb habe die Stadt, so Baudezernent Schneider, nie eine dauerhafte Baugenehmigung erteilt. Bis heute sitzt ein Teil der Schülerschaft in modularen Erweiterungsbauten.

          „Teppich mit Granulat“ durch Schulgebäude ersetzen

          Bedenken, dass durch den Neubau der Schule an den Mainwasen Grünfläche zerstört würde, hat Schneider keine. „Ökologisch hochwertiges Land“ wolle man nicht zubauen, sondern einen „Teppich mit Granulat“ durch ein Schulgebäude ersetzen. Das Mainufer an dieser Stelle und die Flächen rund um die Schule könnten dann, so Schneider, zu einem Areal mit Qualitäten eines Naherholungsgebiets umgestaltet werden.

          Die Grünen sind prinzipiell offen für diese Lösung. Wichtig ist für sie vor allem, dass die Funktion der Grünflächen, Frischluft zu erzeugen, erhalten bleibt.

          Die SPD hingegen erweckt den Eindruck, sich konstruktiven Gesprächen unbegründet zu verschließen. So nennt die SPD-Fraktionsvorsitzende Ursula Busch Bedingungen für die Mainwasen-Lösung, die eigentlich durch die Gespräche mit den Vereinen und die Pläne für eine Umgestaltung der Grünflächen schon erfüllt sind.

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