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Wohnungsmarkt : Der Staat soll es richten

  • -Aktualisiert am

Mehr bauen! Der Staat soll für mehr Wohnraum sorgen. Aber soll er diesen auch verwalten? Bild: dpa

Staat und Kommunen gelten als unfähig, langsam und ineffizient. Dennoch wird immer häufiger gefordert, Wohnungsunternehmen in öffentliches Eigentum zu überführen. Woher kommt dieser Widerspruch?

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          Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Unternehmensberatung PWC die Ergebnisse einer Umfrage, in der es um den Wohnungsmarkt in der Rhein-Main-Region ging. Gefragt wurde unter anderem, was die öffentliche Hand tun könnte, um Fachkräfte trotz hoher Mieten im Ballungsraum zu halten. 40 Prozent der Befragten bezeichneten die Enteignung privater Wohnungsunternehmen als geeignete Maßnahme. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Mehrheit es nicht für sinnvoll hält, zum schärfsten Schwert zu greifen, das der öffentlichen Hand in unserer Wirtschaftsordnung zur Verfügung steht. Aber: Je jünger die Befragten, desto größer sind die Sympathien für Eingriffe ins private Eigentum. In der Gruppe zwischen 18 und 34 Jahren liegt die Zustimmungsquote bei 53 Prozent.

          Ein Teil der jüngeren Generation scheint das Vertrauen in den Markt verloren zu haben. Tatsächlich schafft es der Wohnungsmarkt nicht, ein ausreichendes Angebot zu bezahlbaren Preisen bereitzustellen. Das hat unterschiedliche Gründe. Viele von ihnen haben mit Fehlleistungen von Staat und Kommunen zu tun. In guter Erinnerung ist zum Beispiel noch das Desaster der Wohnungsbauförderung Anfang des Jahres, als die Töpfe plötzlich leer waren und Bauherren über Nacht keine Zuschüsse mehr beantragen konnten. Oder, ein Dauerbrenner: die Baulandpolitik. Wenn die Kommunen nicht ausreichend Baugebiete ausweisen, werden Baugrundstücke zum knappen Gut, und die Preise steigen.

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