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Bauvorhaben in Frankfurt : Zehn Türme und drei Museen

Hoch hinaus: Auch im Jahr 2016 wird in Frankfurt viel gebaut. (Symbolbild) Bild: dpa

Diese Stadt ist nie fertig: Auch 2016 werden in Frankfurt wieder viele neue Bauvorhaben begonnen. In der ganzen Stadt entstehen Büroräume und Wohnung, aber auch manche Überraschung.

          3 Min.

          Das Jahr hat kaum begonnen, da rollen schon wieder die Bagger. 2016 werfen zahlreiche neue Bauvorhaben in Frankfurt ihre Schatten voraus. Vor allem Wohnprojekte nehmen Gestalt an – allein die städtische ABG baut mehr als 1600 neue Wohnungen –, aber auch neue gewerblich genutzte Gebäude, Hochhäuser und Museen.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der prominenteste Kulturbau ist der Romantik gewidmet: Für das neue Museum neben dem Goethehaus hat der Abriss schon begonnen, es soll im Frühjahr 2018 fertig sein. Im Sommer wird der Grundstein für den Neubau des Jüdischen Museums gelegt, das etwas später, im Sommer 2018, eröffnet werden soll. Das Historische Museum ist dagegen schon auf der Zielgeraden: Der Rohbau wird in diesem Jahr fertig. Das Haus soll 2017 eröffnet werden.

          Bürotürme und ein Stiftungshaus

          Ein interessantes Projekt nimmt im Ostend Gestalt an. Dort realisiert der Frankfurter Projektentwickler Lang & Cie auf dem ehemaligen Raab-Karcher-Gelände an der Hanauer Landstraße einen ganzen Campus: Unter den ersten sechs Gebäuden des „Lindley Quartiers“ sind zwei Hotels (Moxy und Lindenberg) sowie vier Bürohäuser. In einem wird die Stiftung Medico International ihren Verwaltungssitz einrichten, aber auch für andere Hilfsorganisationen ist unter ihrem Dach Platz. „Wir wollen, dass unsere Mittel langfristig wirken“, sagt Geschäftsführer Thomas Gebauer. Die ersten Bauanträge sind eingereicht.

          Im Bankenviertel wachsen zwei Bürohochhäuser: Das Unternehmen Pecan Development hat mit dem Aushub der Baugrube für den Marienturm begonnen. Im Sommer soll der Hochbau beginnen. Das niedrigere Forum-Gebäude soll Anfang 2018 fertig sein, der Turm Anfang 2019. Schräg gegenüber, auf der anderen Seite der Taunusanlage, hat Tishman Speyer schon mit dem Projekt „Tessuto“ begonnen: ein gemischt genutztes Hochhaus mit Wohnungen und Büros. Und noch ein weiterer Turm könnte zum Hochhausjahrgang 2016 dazukommen: CA Immo will mit dem Tower1 neben dem Messeturm beginnen, wenn genug Mietverträge abgeschlossen sind. Neben dem im Entstehen begriffenen Bus-Terminal südlich des Hauptbahnhofs will das Unternehmen zudem im Frühjahr mit dem Bau eines neuen Steigenberger-Hotels beginnen.

          Viel Bewegung im Flughafen-Stadtteil Gateway Gardens

          Und noch ein weiterer Neuzugang für die Skyline kündigt sich an: Auf dem Areal des AfE-Turms wollen Groß&Partner und Commerz Real mit dem Bau des 140 Meter hohen Hotelturms beginnen, in den ein Melia-Hotel einziehen wird. Der Architekturwettbewerb läuft, unter den Teilnehmern sind internationale Büros wie Henning Larsen, Ole Scheeren und Coop Himmelb(l)au, aber auch Christoph Langhof aus Berlin, Hadi Teherani aus Hamburg und die hiesigen Büros AS&P, Cyrus Moser, KSP, Meixner Schlüter Wendt sowie Schneider und Schumacher.

          Auch über kleineren Projekten werden sich in diesem Jahr die Kräne drehen. Auf dem früheren Rundschau-Areal am Eschenheimer Turm beginnt Strabag im ersten Quartal mit „Flare of Frankfurt“: einem Komplex aus Geschäften, Büros, einem Hotel und Wohnungen. An der Berliner Straße beginnt die OFB nach dem Abriss des Rechnungshofs mit dem Bau der Kornmarkt-Arkaden. Zwei weitere Gebäude des Frankfurter Entwicklers Groß & Partner gehen in diesem Jahr an den Start: ein Hotel gegenüber der Europäischen Zentralbank an der Grusonstraße und das Büroprojekt Dock 3.0 bis 6.0 an der Lindleystraße. Andere werden fertig: das Bürohaus Vista an der Mainzer Landstraße, das Geschäftshaus Maro an der Alten Oper und die Kassenärztliche Vereinigung im Europaviertel. Anfang 2017 will die Deutsche Bank in ihren „Campus“ gegenüber den Zwillingstürmen ziehen.

          Besonders viel bewegt sich im Flughafen-Stadtteil Gateway Gardens: Dort beginnen Groß&Partner und die OFB mit dem neuen Unternehmenssitz von Kion, einem weiteren neuen Bürohaus, einem Hotel und der „Gateway Gardens Plaza“, in die auch Einzelhändler einziehen sollen. Ein dritter Entwickler baut ein weiteres Hotel, im Februar soll der Bau der S-Bahn-Station beginnen.

          Wohnungen in vielen Stadtteilen

          Im Europaviertel wird noch in diesem Monat mit dem Bau des mit 165 Metern höchsten Wohnhochhauses Deutschlands begonnen. Der Bauherr GSP will den Turm neben dem Einkaufszentrum Skyline Plaza bis Ende 2018 fertigstellen. Ein Stück weiter stadtauswärts hinter der Emser Brücke nehmen zwei weitere Türme Gestalt an: Im Sommer will die Nassauische Heimstätte den Rohbau ihres Wohnhochhauses „Praedium“ mit einem zünftigen Richtfest feiern. In der unmittelbaren Nachbarschaft beginnt der Bauherr PDI im zweiten Quartal mit dem Wohnhochhaus „Cascada“, es soll 2018 fertig sein. Am Sommerhoffpark wachsen in diesem Jahr zwei kleinere Wohnhochhäuser und ein Studentenwohnheim. Die OFB will im Frühjahr die Baugrube ausheben. Für den Umbau der Oberpostdirektion im Westend und einen benachbarten Wohnturm hat die CG Gruppe im Dezember den Bauantrag eingereicht und hofft, im Herbst beginnen zu können.

          Doch nicht nur in die Höhe, auch in der Fläche werden Wohnungen gebaut: etwa in der Bürostadt Niederrad, wo die ABG an drei Standorten 545 Mietwohnungen entwickelt. Selbst in der Altstadt entsteht neuer Wohnraum, aber auch die privaten Bauherren stehen in nichts nach: Der Projektentwickler Formart baut Wohnungen im Bahnhofsviertel. Für die Schwedler Gärten im Ostend hat der Projektentwickler Max Baum die Baugrube fertiggestellt. Anfang Februar soll die Bodenplatte für die 400 Wohnungen gegossen werden. Und im Osten des Honsell-Dreiecks will die Gruppe B&L im Sommer mit dem Bau der ersten Mietwohnungen beginnen.

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