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Mahnwache in Hanau : Gemeinsame Trauer ein halbes Jahr nach Attentat

„Hanau steht zusammen“: Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky steht vor einem neuen Plakat. Bild: Lucas Bäuml

Sechs Monate nach dem Attentat in Hanau haben der Ausländerbeirat und die Initiative „19. Februar“ eine Mahnwache organisiert und zu einer Demonstration aufgerufen.

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          Eine lückenlose Aufklärung des Attentats vom 19. Februar in Hanau hat am Mittwoch eine Sprecherin der Opferfamilien gefordert. Bei einer Gedenkveranstaltung, organisiert vom Ausländerbeirat und der Initiative „19. Februar“, sagte sie, dass auch sechs Monate nach den Anschlägen, die neun Menschen mit ausländischen Wurzeln das Leben kosteten, viele Fragen ungeklärt seien. „Wir fragen uns jeden Tag, welche Alarmsignale übersehen wurden und was vor, während und nach der Tat geschehen ist.“ Der Schmerz um die verlorenen Angehörigen und die Leere seien immer noch so groß wie am Tag nach dem Terrorakt.

          Luise Glaser-Lotz
          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Im Namen weiterer Angehöriger, die sich zu der Mahnwache eingefunden hatten, forderte sie die gut 100 Anwesenden auf dem Marktplatz auf, an der für Samstag angekündigten Demonstration teilzunehmen. Erwartet würden Menschen aus ganz Deutschland. Zuvor hatte die Stadt gemeinsam mit drei Angehörigen die Gedenkstätte am Brüder-Grimm-Denkmal auf dem Marktplatz umgestaltet. Zudem wurde ein neues Banner am Neustädter Rathaus angebracht. Bisher hieß es: „Die Opfer waren keine Fremden.“ Jetzt ist dort zu lesen: „Kein Platz für Rassismus und Gewalt. Hanau steht zusammen. Für Respekt, Toleranz und Zivilcourage.“

          Am Abend des 19. Februar hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Er soll auch seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete. Vor der Tat hatte der Mann Pamphlete mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

          Gedenkstätte: Fotos und Gemälde am Gebrüder-Grimm-Denkmal erinnern an die Opfer des Anschlags. Bilderstrecke
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