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AstraZeneca : Vollmundiges Versprechen

Dass vor einigen Wochen noch Tausende Impftermine abgesagt wurden, aus Furcht davor, mit AstraZeneca immunisiert zu werden, scheint vergessen. Bild: SvenSimon

Dass nun aus zwölf Wochen Wartezeit auf die zweite Impfung mit AstraZeneca nur noch vier werden sollen, macht stutzig. Plötzlich wird nicht mehr vor Risiken gewarnt, sondern für eine schnelle Urlaubsimpfung geworben.

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          Der Impfstoff ist drin. Linker Arm. AstraZeneca. Auf eigenen Wunsch. Der Termin für die Zweitimpfung steht fest. Ende Juli, also zwölf Wochen nach dem ersten Besuch im Impfzentrum. Genau so, wie die Ständige Impfkommission es empfohlen hat. Das ist noch verdammt lange hin. Aber als die Spritze gesetzt wurde, waren diese Bedingungen durchaus bekannt. Sich mit AstraZeneca impfen zu lassen, auch wenn drei Monate vergehen, bis der vollständige Schutz erreicht wird, fühlte sich zu diesem Zeitpunkt richtig an. Lieber früher einen Teilschutz erhalten, dafür aber ein paar Wochen länger auf die Zweitimpfung warten, als auf einen Termin zu einem späteren Zeitpunkt mit einem mRNA-Impfstoff zu hoffen. So lautete der Deal.

          Wer sich aktiv für AstraZeneca entschied, der hatte sich – auch aufgrund der Negativschlagzeilen – über ihn schlau gemacht. Der hat sich über mögliche Nebenwirkungen und auch über die Abstände zwischen den Impfungen informiert. Dass plötzlich aus zwölf Wochen Wartezeit nur noch vier werden sollen, macht stutzig. Waren die wissenschaftlichen Erkenntnisse bisher nicht völlig anders? Nun sollen die Hausärzte selbst entscheiden, wann sie nachimpfen. Immer wieder wird auf eine neue Studie verwiesen, die kürzere Abstände zwischen den Impfungen für möglich hält, die aber noch nicht vollumfänglich veröffentlicht wurde. Umso verwunderlicher, dass die Kassenärztliche Vereinigung sich schon mit einem vollmundigen Versprechen an die Bürger wendet und eine Turbo-Impfung mit AstraZeneca für Sommerurlauber verkündet.

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