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Öffentlicher Nahverkehr : Aschaffenburger fahren samstags kostenlos Bus und Bahn

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Ohne Auto in die Innenstadt: Ab Dezember fahren Aschaffenburger samstags kostenlos mit Bus und Bahn (Symbolbild). Bild: dpa

Ab dem ersten Dezember sind Bus und Bahn in Aschaffenburg samstags kostenlos. Das hat der Stadtrat beschlossen. Die Stadt will so mehr Menschen in die Innenstadt locken.

          Busse und Bahnen in Aschaffenburg sind vom 1. Dezember an samstags kostenlos. Die Fahrgäste müssen sich dafür lediglich ein Null-Euro-Ticket besorgen. Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. Mit dem Angebot sollen mehr Menschen in die Innenstadt gelockt und Lärm und Abgase durch Autos verringert werden.

          Das Projekt hat dem Beschluss zufolge zunächst eine Laufzeit von zwei Jahren. Nach einem Jahr wird eine Zwischenbilanz gezogen. Die Kosten von etwa 285.000 Euro pro Jahr übernimmt die Stadt. Aktuell nutzen an normalen Samstagen in Aschaffenburg etwa 9300 Fahrgäste den öffentlichen Nahverkehr und es werden rund 1100 Tickets verkauft.

          Die Entscheidung für diesen Wochentag wurde dabei nicht zufällig getroffen. „Wir versuchen die Leute zunächst in ihrer Freizeit zu gewinnen“, sagte Stadtwerke-Chef Dieter Gerlach zu FAZ.NET. Kunden, die bereit sind, in ihrer freien Zeit auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, wären für die Nutzung von Bus und Bahn auch an Arbeitstagen offener. Auch das Ziel der Erhöhung der Attraktivität Aschaffenburgs als Einkaufsstadt habe bei der Wahl des Samstages eine Rolle gespielt, sagte Gerlach.

          Mit dem kostenlosen Samstags-Ticket sollen etwa 20 Prozent mehr Fahrkarten verkauft werden. „Zunächst geht es natürlich darum, Erfahrungen zu sammeln und Erkenntnisse für die Zukunft des ÖPNV zu gewinnen. Liegt das Ergebnis am Ende aber deutlich unter 20 Prozent, müsste man sich schon fragen: Lohnt sich das?“, erklärte Gerlach.

          Das Null-Euro-Ticket erfüllt dabei sowohl einen Symbolcharakter als auch den Zweck eines statistischen Hilfsmittels. Nur so könne die tatsächliche Zahl der Mehrkunden gemessen werden, ohne Monats- oder Jahreskartenbesitzer fälschlicherweise mit einzubeziehen. Nebenbei wird in diesem Zeitraum die Nutzung der Parkplätze im Innenstadt-Bereich gemessen. Dadurch soll erfasst werden, ob an den Samstagen tatsächlich weniger Leute ihr Auto nutzen. Als größter Parkplatzanbieter Aschaffenburgs können die Stadtwerke hier als Datengrundlage auf etwa die Hälfte aller Parkplätze im Stadtbereich zurückgreifen.

          Die Grünen-Fraktion im bayerischen Landtag bewertet diesen Vorstoß als positiv, führt aber auch kritische Punkte an. „Dass in Aschaffenburg Busse und Bahnen künftig am Samstag kostenlos fahren, ist sicherlich eine gute Maßnahme. Mehr ÖPNV statt immer mehr Individualverkehr entlastet die Innenstädte, Lärm und Abgas werden verringert, das ist wichtig. Aber: Es löst nicht die Probleme des öffentlichen Nahverkehrs, die es in vielen Gemeinden und Städten Bayerns gibt. Wem nutzt ein kostenloses Angebot, wenn beispielsweise Samstagmittag der letzte Bus fährt?“, sagte Fraktionsvorsitzender Ludwig Hartmann im Gespräch mit FAZ.NET.

          Zuvor hatten mehrere Medien über den Beschluss des Stadtrats berichtet.

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