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Arznei-Hersteller : Stada peilt starkes Wachstum an

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Das Stada-Logo am Firmenhauptsitz in Bad Vilbel Bild: Wolfgang Eilmes

Nach der Übernahmen durch Finanzinvestoren hat der Arznei-Hersteller zuletzt mehr als eine Milliarde Euro für Übernahmen ausgegeben. Das Geschäft mit rezeptfreier Arznei soll damit kräftig zulegen. Auch für neue Zukäufe ist Stada offen.

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          Stada will nach einem starken Geschäftsjahr die Position auf dem europäischen Arznei-Markt ausbauen. In den USA sei der Markt weitgehend verteilt und wegen Preisdruck speziell bei Nachahmermedikamenten wenig attraktiv, sagte Vorstandschef Peter Goldschmidt der Deutschen Presse-Agentur. In Europa habe der Konzern mit den jüngsten Zukäufen für mehr als eine Milliarden seine Stellung gestärkt. Dieses Jahr wolle Stada beim Betriebsgewinn ein „starkes Wachstum deutlich über dem Markt“ erzielen, erklärte Goldschmidt.

          2019 hat der Hersteller von Grippostad und der Sonnenmilch Ladival gute Geschäfte gemacht. Dank zweistelliger Zuwächse etwa in Deutschland, Italien und Frankreich stieg der Umsatz um 12 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Sowohl Nachahmermedikamente als auch rezeptfreie Arzneien wuchsen prozentual zweistellig. Aus eigener Kraft kletterte der Umsatz um 8 Prozent. „Wir gewinnen gegenüber anderen Spielern im Markt“, so Goldschmidt. In zweitwichtigsten Markt Russland soll nach Rückgängen vergangenes Jahr die Wende gelingen.

          Operativer Betriebsgewinn steigend

          Dank Einsparungen und effizienterer Prozesse kletterte der operative Betriebsgewinn (Ebitda) 2019 um 15 Prozent auf fast 613 Millionen Euro, wie Stada am Donnerstag mitteilte. Zum Nettogewinn gab es keine Angaben. Ihn belasten Zahlungen an die Finanzinvestoren Bain und Cinven, die Stada 2017 für 5,3 Milliarden Euro übernommen hatten.

          Nach einem Personalumbau ist die Zahl der Mitarbeiter bei Stada auf 11.000 weltweit geklettert. Während Stellen in zentralen Funktionen am Hauptsitz Bad Vilbel gestrichen wurde, kamen in Marketing und Vertrieb neue dazu. Stada habe weitere Büroflächen gemietet und wolle den Vertrag für die Zentrale um zehn Jahre verlängern. Mit Übernahmen in Osteuropa kämen 1300 neue Mitarbeiter zu Stada, so Goldschmidt.

          Stada hatte mit Bain und Cinven im Rücken mehrere Übernahmen verwirklicht. So erwarben die Hessen jüngst für rund 600 Millionen Euro ein Arznei-Portfolio vom japanischen Konkurrenten Takeda und stärkten damit ihre Position in Russland und im übrigen Osteuropa. Auch der Kauf des Arzneimittelherstellers Walmark in Tschechien für einen dreistelligen Millionen-Betrag und die Übernahme von Medikamenten des ukrainischen Anbieter Biopharma trugen dazu bei. Zudem erwarben die Hessen 15 Markenprodukte vom britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline für rund 300 Millionen Euro, darunter Erkältungsmedikamente und Venenmittel.

          „Wir sind immer offen für gute Deals“

          „Mit den Übernahmen bei rezeptfreien Arzneien haben wir eine kritische Größe in Osteuropa gewonnen“, sagte Goldschmidt. „In Russland sind wir damit zur Nummer eins bei rezeptfreien Markenprodukten aufgestiegen und ein noch wichtigere Ansprechpartner für Apotheken geworden.“ Bei Nachahmermedikamenten konzentriere sich Stada auf Lizenzierungen mit Partnern und die eigene Forschung.

          Auch nach der Übernahmeserie seien neue Zukäufe möglich. „Wir sind immer offen für gute Deals und gute Marken. Wenn sich eine Gelegenheit ergibt und passt, machen wir das“, sagte Goldschmidt. Dabei ziele man vor allem auf rezeptfreie Mittel in Europa, wo Stada Platz sieben hinter Sanofi, GlaxoSmithKline und Bayer belegt. Bei Nachahmermedikamenten sei Stada gut bereits aufgestellt.

          Mit dem Fokus auf rezeptfreie Arznei wie Nahrungsergänzungs- und Erkältungsmittel stößt Stada in eine Lücke. Viele Pharmakonzerne wie auch Merck aus Darmstadt haben sich aus dem Markt verabschiedet. Frei verkäufliche Arzneien gelten als stabil, aber wenig wachstumsstark.

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