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Artenschutz im Hofheimer Wald : Langzeit-Projekt unter Argusaugen

  • -Aktualisiert am

Kahle Stellen: Der Hofheimer Stadtwald leidet unter dem Klimawandel. Bild: Wonge Bergmann

Der Stadtwald bekommt die Folgen des Klimawandels zu spüren. Dagegen will Hofheim vorgehen – eine unbedingte Pflicht. Denn der Wald bedarf einer Fürsorge mit Argusaugen statt eines flüchtigen Blicks.

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          In Broschüren wirbt die Stadt Hofheim gerne mit ihrem größten Gut: dem Stadtwald. Innerhalb von sieben Minuten kann jeder Bewohner eines Ortsteils mit dem Fahrrad dorthin gelangen, aber auch für das gesamte Rhein-Main-Gebiet ist das 15.000 Hektar große Waldgebiet ein beliebtes Ziel für Wochenendausflüge.

          Die prompte Reaktion, mit der die Stadtverwaltung auf die großen Schäden infolge des Klimawandels reagiert, ist somit nicht nur angebracht, sondern eine unbedingte Pflicht. Der Wald bedarf einer Fürsorge mit Argusaugen statt eines flüchtigen Blicks. Dafür war die Organisationsänderung weg vom Rundum-sorglos-Paket des Forstamtes Königstein hin zur städtischen Eigenregie der einzig richtige Schritt.

          Schutz und der Erhalt des Waldes sind Priorität

          Nur ein eigener Förster mit Unterstützung der Verwaltung kann die veränderten politischen Vorgaben ohne Verzug verwirklichen. Denn in Zukunft steht die Wirtschaftlichkeit, sprich der Holzeinschlag, klar hintenan. Priorität genießen der Schutz und der Erhalt des Waldes. Dies wird mit einem großen finanziellen Engagement verbunden sein und verlangt der Hofheimer Stadtkasse sicherlich einiges ab. Selten aber ist Geld besser investiert, und selten kommt eine Investition nachhaltiger allen Bürgern zugute.

          Mit offenen Ohren sollten die politisch Verantwortlichen aber auch auf die Kritik aus den Reihen der Waldgruppe hören, was die Jägerschaft betrifft. Es kann nicht sein, dass Wildverbiss jährlich mehr Bäume schädigt, als umgekehrt aufgeforstet werden können. Solche zusätzlichen Belastungen sind in Zeiten des Klimawandels nicht tragbar. Vielleicht erweisen sich die traditionellen Strukturen der Jagdverpachtungen und Jagdgenossenschaften als nicht mehr zeitgemäß.

          Wenn die Belange des Waldes künftig besser kommuniziert werden sollen, ist auch eine klare Sprache und Haltung gegenüber der Jägerschaft angesagt. Letztlich müssen alle an einem Strang ziehen, wenn der Hofheimer Wald auch noch für die nächsten Generationen erlebbar sein soll. Diese Aufgabe bedarf großer Weitsicht und harter Arbeit.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

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