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Test in Hanau : Armband soll Schutz vor Vergewaltigungsdroge bieten

K.-o.-Tropfen werden im Körper schnell abgebaut, so dass sie schon wenige Stunden nach der Einnahme im Blut und im Urin nicht mehr nachweisbar ist. Bild: dpa

Die Stadt Hanau will Frauen vor K.-o.-Tropfen schützen und verteilt ein neues Armband, mit dem Getränke auf die Drogen getestet werden können. Absolute Sicherheit bieten diese allerdings nicht.

          Davor haben viele junge Frauen Angst: Ein Fremder schüttet in der Diskothek oder auf einem Straßenfest K.-o.-Tropfen ins Glas und nutzt danach den benebelten und geschwächten Zustand der Frau für eine Vergewaltigung aus. Oft hat das Opfer hinterher einen Filmriss, verursacht von den K.-o.-Tropfen, und kann sich an die Tat nicht richtig erinnern. Die Stadt Hanau hilft jetzt Frauen, die sich vor so einer Attacke schützen wollen. Sie verteilt ein neuartiges Armband, mit dessen Hilfe ein Getränk auf K.-o.-Tropfen getestet werden kann, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Als sogenannte „Vergewaltigungsdroge“ wird häufig die Substanz Gamma-Hydroxybuttersäure verwendet, wie die städtische Frauenbeauftragte, Monika Kühn-Bousonville, erläuterte. Wer unter dem Einfluss dieses Wirkstoffs steht, wirkt betrunken, kann bewusstlos werden und hat Erinnerungslücken. Die Substanz wird im Körper rasch abgebaut, so dass sie schon wenige Stunden nach der Einnahme im Blut und im Urin nicht mehr nachweisbar ist, wie Kühn-Bousonville weiter erläutert. Nach einer Vergewaltigung sei es deswegen schwer nachzuweisen, dass das Betäubungsmittel eingesetzt worden sei.

          Keine absolute Sicherheit

          Seit einigen Wochen wird unter dem Markennamen Xantus-Drinkcheck ein Armband verkauft, mit dem sich testen lässt, ob ein Getränk die „Vergewaltigungsdroge“ enthält. Dafür muss ein Tropfen aus dem Glas auf das Testfeld des Papierarmbands geträufelt werden, wie die Frauenbeauftragte sagt. Falls das Getränk die „Vergewaltigungsdroge“ enthält, färbt sich das Testfeld nach zwei Minuten blau. Verkauft wird das Armband bisher nur im Internet. In Hanau erhalten es Frauen und Mädchen bei der Frauenbeauftragten unter Telefon 0 61 81/295 467 oder per E-Mail an monika.kuehn-bousonville@hanau.de.

          Kühn-Bousonville weist jedoch darauf hin, dass dieses Armband nur Gamma-Hydroxybuttersäure erkennen kann, nicht aber andere Wirkstoffe, die ebenfalls als Vergewaltigungsdroge benutzt werden, wie das Narkosemittel Ketamin. Deshalb empfiehlt sie allen Partygängerinnen, gut auf ihr Glas zu achten.

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