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Archiv über NS-Verbrechen : Digitalstrategie gegen das Vergessen

  • -Aktualisiert am

Akten über Millionen NS-Opfer: Blick in die Regalreihen der „Arolsen Archives“. Bild: dpa

Das Arolser Archiv ist eine der weltweit größten Sammlungen über NS-Verbrechen. Die Dokumente der Zeitgeschichte sollen jetzt anhand eines „Bürgerwissenschaftsprojekts“ digital abrufbar werden.

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          Als „Denkmal aus Papier“ stellen sich die „Arolsen Archives“ selbst gern dar. Das nach dem Zweiten Weltkrieg in der nordhessischen Kurstadt etablierte Zentrum für Dokumentation, Information und Forschung über nationalsozialistische Verfolgung, NS-Zwangsarbeit und den Holocaust verfügt über eine der weltweit größten Sammlungen von Unterlagen über zivile Opfer der Nazi-Herrschaft. Das Interesse an den Beständen hat auch mehr als 70 Jahre nach Kriegsende nicht nachgelassen: Etwa 15.000 Anfragen sind durchschnittlich jedes Jahr zu beantworten, und die Zahl ist zuletzt sogar wieder gestiegen, weil die Existenz des Archivs insbesondere in Mittel- und Osteuropa erst allmählich allgemein bekannt wird.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mehr als 30 Millionen Dokumente mit Hinweisen auf Schicksale von etwa 17,5 Millionen Menschen sind in Bad Arolsen zusammengetragen: Akten, Karteikarten, Listen zu Opfern des Holocaust und Häftlingen der Konzentrationslager ebenso wie zu ausländischen Zwangsarbeitern. Zu den Beständen des Archivs gehören aber auch persönliche Gegenstände – Uhren, Eheringe, Modeschmuck, Brieftaschen, Füllfederhalter, Münzen, Fotos und Briefe – von rund 2900 ehemals Inhaftierten, die bisher noch nicht an ihre Besitzer oder an deren Angehörige zurückgegeben werden konnten.

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