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Honsell-Dreieck in Frankfurt : Zwei Türmchen statt einer Wand

Ein Hochhaus kommt selten allein: Der EZB-Neubau bekommt auf dem Honsell-Dreieck Gesellschaft. Bild: Simulation B& L

Der Architekturwettbewerb für den ersten Abschnitt des Honsell-Dreiecks ist entschieden. Am Hafenpark entstehen ein Hotel und zwei Wohntürme.

          Die Skater und Basketballspieler im Hafenpark werden bald nicht mehr auf das unbebaute Honsell-Dreieck, sondern auf zwei Wohntürme und ein Hotel blicken. Der Hamburger Architekt Hadi Teherani hat einen Wettbewerb für die Bebauung des südlichen Abschnitts des Honsell-Dreiecks für sich entschieden. Er setzte sich mit seinem Entwurf gegen die vier Frankfurter Büros AS&P, Braun Canton, Jo. Franzke und Christoph Mäckler sowie das Düsseldorfer Architekturbüro von Christoph Ingenhoven durch. Der Bau soll Anfang des nächsten Jahres beginnen und 2019 fertig sein.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Hamburger Entwickler B&L will auf dem Honsell-Dreieck im Ostend 700 Wohnungen, zwei Hotels, eine Pension, zirka 50.000 Quadratmeter Bürofläche und 2000 Quadratmeter Einzelhandel bauen. B&L will das Grundstück von Süden nach Norden bebauen und beginnt am Hafenpark. Dort entstehen im ersten Abschnitt ein Hotel mit 400 Zimmern und zwei 40 bis 50 Meter hohe Wohntürme mit 13 und 15 Geschossen und mehr als 250 Eigentumswohnungen. Das mit zehn Geschossen etwas niedrigere Hotel liegt im Westen in Richtung des Bahndamms und der Europäischen Zentralbank. Im Inneren des Blocks soll es einen großen grünen Freiraum geben.

          Lichtkonzept bei Entwürfen überarbeitet

          Das städtebauliche Konzept von AS&P sieht am Hafenpark eigentlich drei Wohnhäuser mit jeweils elf Geschossen vor. Die Stadtplaner halten es jedoch für vertretbar, die Baumasse auf zwei höhere Gebäude zu verteilen. „Das wirkt deutlich lockerer und eleganter als drei Hochpunkte, die wie eine Wand erscheinen“, sagte Stadtplanungsamtsleiter Martin Hunscher. Der Wettbewerb war schon Ende April beendet worden, der Siegerentwurf wurde hinsichtlich der Belichtung noch einmal überarbeitet.

          Der Architekt Teherani hat die Form des Ensembles aus den Blickbeziehungen und Lichtverhältnissen abgeleitet. Nach Süden wird der Block geöffnet, um allen Wohnungen einen Blick auf den Main zu geben. Zum Bahndamm und zur EZB ist der Blockrand niedriger, damit der Innenhof auch am späten Nachmittag gut belichtet wird. Die beiden exponierten Hochhäuser sollen für „herausragende Wohnqualitäten“ und eine „identitätsschaffende Außenwirkung“ sorgen.

          Teherani soll sich mit seinem Entwurf deutlich gegen die übrigen Büros durchgesetzt haben. Planungsdezernent Olaf Cunitz (Die Grünen) hält das Ergebnis für gelungen. „Nachdem die Fläche jahrzehntelang brach lag, erfreut es mich besonders, dass dort jetzt überwiegend Wohnungsbau entsteht“, sagte er. Für das Honsell-Dreieck stehen 2017 noch zwei Wettbewerbe aus - insbesondere für den etwa 60 Meter hohen Büroturm, der an der Spitze des Grundstücks an der Hanauer Landstraße entstehen soll.

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