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Architektur in Frankfurt : Aus einer anderen Zeit

Der Sonne entgegen: Mit seinen weitläufigen Terrassen und großzügigen Wohnungen erfreut sich der gebogene Sonnenring in Sachsenhausen auch noch heute großer Beliebtheit. Bild: Bildband Frankfurt 1970-1979, Sonnenring, Foto Georg Dörr

Die Architektur der siebziger Jahre hat in Frankfurt einige Hochhaus-Klassiker hervorgebracht. Aber auch viele Bauten, denen das menschliche Maß fehlt.

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          Wer erst in den späten siebziger Jahren geboren wurde, kennt die Zeit nur von Fotoaufnahmen aus der Kindheit. Schlaghosen, psychedelische Muster, bunte Strickware – auf den Seiten des Familienalbums fällt vor allem die schrille Mode auf. Die Eltern steckten ihre Kinder in bunte Strampelanzüge und trugen selbst Farben und Formen, in denen sie sich heute nicht mehr aus dem Haus trauen würden. Vielleicht weil die Umgebung damals schon grau und trist genug war?

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wer immer einst Frankfurt seinen – inzwischen berechtigterweise wieder abgelegten – Beinamen „Krankfurt“ gegeben hat, es muss in den siebziger Jahren geschehen sein. Für die Leistungen des Frankfurter Planungsdezernats, aber auch vieler Architekturbüros ist dieses Jahrzehnt nicht schmeichelhaft. Sicher: Einige Bürotürme dieser Epoche sind zu echten Stilikonen geworden. Aber vielen Projekten fehlte doch das menschliche Maß. In einigen Stadtteilen entstanden Siedlungen mit Wohnhochhäusern, die eher Betonsilos ähneln. Ins Westend einsickernde Bürohäuser verdrängten stilvolle Altbauten. Und auf Pfeilern geführte Hochstraßen wie die Rosa-Luxemburg-Straße, ebenfalls ein Kind der Siebziger, zerschnitten ganze Stadtteile. Es war die Zeit, in der sich die Menschen fragten: Wie gesund ist es, in dieser Stadt zu leben?

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