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Rhein-Main : „Arbeitsbedingungen hundsmiserabel“: Zwei Jahre Haft

  • Aktualisiert am

Weil sie Ausländer als Schwarzarbeiter beschäftigt und ausgenutzt haben, standen zwei Männer vor dem Landgericht Darmstadt. Einer bekam zwei Jahre Haft, der andere eine Bewährungsstrafe.

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          Zwei Männer haben nach Auffassung des Landgerichts Darmstadt zahlreiche Ausländer im Rhein-Main-Gebiet als Schwarzarbeiter beschäftigt und ausgebeutet. Das Gericht verurteilte einen 58 Jahre alten Mann zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung. Darin enthalten ist auch eine gefährliche Körperverletzung.

          Der zweite Angeklagte erhielt zehn Monate Haft auf Bewährung. Es habe sich zwar um keinen „modernen Sklavenhandel“ gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter Marc Euler. „Die Arbeitsbedingungen waren aber hundsmiserabel.“

          Die Männer aus Afghanistan und Pakistan hätten am Gesetz vorbei gearbeitet und einen Hungerlohn bekommen. „Das war ein krasser Fall“, hatte Staatsanwalt Robert Hartmann in seinem Plädoyer zuvor gesagt. „Die Notlage von Menschen wurde systematisch ausgenutzt.“ Er hatte mehrjährige Haftstrafen gefordert.

          Prospekte sortiert und verteilt

          Der Ältere habe wie sein Komplize nicht nur gegen das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz verstoßen, sondern auch zugeschlagen. Dies sei als gefährliche Körperverletzung zu werten.

          Laut Anklage sollen die beiden Männer zwischen August 2012 und Juli 2013 die Schwarzarbeiter gezwungen haben, hauptsächlich in Lagerhallen in Obertshausen und Heusenstamm Prospekte zu sortieren und sie anschließend zu verteilen.

          Die Verteidiger forderten, für die Angeklagten höchstens Bewährungsstrafen von wenigen Monaten zu verhängen. Das Urteil soll noch gegen 14.30 Uhr verkündet werden.

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