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Arbeiten und Familie : Henkel-Vorstand Menges: Arbeitende Mütter haben es schwer

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So idyllisch wie hier im Mehrgenerationenhaus im Frankfurter Gallusviertel soll das Familienleben in Verbindung mit der Arbeit wieder werden. Henkel-Vorstand Merges fordert deshalb „Mitbestimmung und nachhaltige Personalpolitik“. Bild: Grimm, Lena

Menges ist die erste Frau im Vorstand von Henkel und kritisiert die fehlende Akzeptanz von arbeitenden Müttern in Deutschland.

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          Henkel-Personalvorstand Kathrin Menges sieht als Personalerin daher Unternehmen in der Pflicht.

          Arbeitende Mütter in Deutschland haben es ihrer Überzeugung nach immer noch schwer. Menges ist vor rund vier Monaten in den Vorstand des Waschmittelriesen aufgerückt und die erste Frau in der Chefetage seit Gründung des Unternehmens vor 136 Jahren. „Das Wort "Rabenmutter" gibt es nicht umsonst nur im Deutschen“, sagte die studierte Erziehungswissenschaftlerin der Nachrichtenagentur dpa am Rande der Konferenz „Mitbestimmung und nachhaltige Personalpolitik“ in Frankfurt.

          „Es ist vor allem eine Frage der gesellschaftlichen Haltung“

          Bis heute würden Frauen mit Kindern hierzulande argwöhnisch betrachtet, wenn sie gleichzeitig arbeiteten. „Es ist vor allem eine Frage der gesellschaftlichen Haltung“, sagte Menges. Etwa in Frankreich sei die Situation wesentlich besser, da es dort mehr Betreuungsplätze gebe und arbeitende Mütter besser akzeptiert seien. Menges selbst hat keine Kinder.

          Der niedrige Anteil weiblicher Vorstände in deutschen Unternehmen sei ein Indiz für ein systematisches Problem: „Es muss noch mehr Frauen in den Top-Führungspositionen geben, zum Beispiel auf der Ebene unter dem Vorstand. Die sieht man heute noch zu wenig.“ Bei Henkel seien bereits 30 Prozent der Managementposten mit Frauen besetzt. „Die Talente sind bei Männern und Frauen sicherlich gleich verteilt, aber sie werden nicht immer gleich gefördert.“ Firmen sollten familienfreundlicher werden - nicht nur im Interesse von Müttern, sondern auch von Vätern.

          „Ich wünsche mir, dass der Arbeitsort weniger wichtig wird“, sagte sie. Das könne Vätern und Müttern ermöglichen, ihren Beruf besser mit der Familie zu vereinbaren. Was zähle, sei dass die Arbeit gut gemacht werde, nicht wo sie erledigt wird. Die Tätigkeit von zu Hause aus solle sich besser im Alltag etablieren. Daher schlägt sie vor: „Meetings sollten dann eher am Vormittag sein, damit auch Mütter und Väter daran teilnehmen können.“

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