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Kampf gegen Pandemie : Apps sollen Corona-Patienten helfen

Bild: dpa

Fresenius und Heraeus wollen mit Apps den Informationsaustausch zwischen Patienten und Ärzten erleichtern. Könnten die kostenlosen Programm nun den Gang in zur Praxis ersetzen?

          2 Min.

          Ihre medizinischen Apps für Mobiltelefone bieten Unternehmen jetzt für den Informationsaustausch in der Corona-Pandemie an. Die in Wehrheim ansässige Medizintechnik-Sparte von Heraeus, Heraeus Medical, ist eigentlich auf Knochenzemente und Biomaterialien für die chirurgische Orthopädie und Unfallchirurgie spezialisiert. Für die Vorbereitung und Nachbetreuung bei Gelenkersatz-Operationen hat sie vor einem Jahr die Anwendung Heraeus-Care eingeführt, über die sich Orthopäden und Patienten austauschen können. Sie ist jetzt mit einem Covid-19-Modul so überarbeitet worden, dass sie von Gesundheitsämtern und Corona-Patienten als digitale Plattform genutzt werden kann.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Mit Hilfe der unentgeltlich bereitgestellten App sollen Patienten ihre Symptome übermitteln, so dass sie von der jeweiligen Behörde aus der Ferne überwacht werden können. Bei der Überschreitung von Schwellenwerten für bestimmte Symptome kann das System eine Warnmeldung ausgeben, damit die Patienten für die Behandlung in ein Krankenhaus gerufen werden. Auf diese Weise sollen frühzeitig Hochrisiko-Patienten identifiziert werden.

          Patientenfluss in Kliniken soll verbessert werden

          Heraeus Medical weist darauf hin, dass damit keine diagnostischen Dienstleistungen verbunden sind und auch die Entscheidung über eine Behandlung nicht durch die von den Patienten selbst gemeldeten Symptome erfolgt. Das System solle vielmehr den Patientenfluss in Kliniken und Krankenhäuser verbessern, indem die Zahl zeitraubender Telefonanrufe und persönlicher Besuche in Arztpraxen und Notaufnahmen verringert werde.

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          Die Corona-Krise sei eine enorme Belastung für die Gesundheitsbehörden, so der Geschäftsführer von Heraeus Medical, Andrew Williamson. Es sei entscheidend, Patienten so zu priorisieren, dass diejenigen, die am dringendsten medizinische Hilfe benötigten, sie auch bekämen. Nach Angaben des Unternehmens entspricht das System den Datenschutzrichtlinien der EU und dem amerikanischen Gesetz zum Schutz von Patientendaten.

          Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius hat unterdessen angekündigt, das Tochterunternehmen Curalie stelle für die Dauer der Corona-Pandemie seine digitalen Gesundheitsdienste ebenfalls kostenlos zur Verfügung. Mit den Anwendungen können Ärzte und Therapeuten chronisch Kranke aus der Ferne betreuen, die ihnen zum Beispiel Blutdruck-Werte und Blutzucker-Messungen übermitteln. Weil ambulante Nachsorge-Angebote wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus eingestellt seien und viele chronisch Kranke deswegen auch ihre Ärzte oft nur noch selten aufsuchten, können die digitalen Angebote nach Angaben von Curalie helfen, wichtige Therapien zu Hause zu ermöglichen.

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