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App : Rundgang durch die Altstadt von morgen

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Zeitmaschine: Gegenwart und Zukunft des Dom-Römer-Areals sind nur ein Smartphone entfernt

Zeitmaschine: Gegenwart und Zukunft des Dom-Römer-Areals sind nur ein Smartphone entfernt Bild: Kaufhold, Marcus

Auf dem Hühnermarkt plätschert ein Springbrunnen, umrahmt ist der Platz von Häusern mit hellen Fassaden. Eine Internet-Anwendung für Handys erlaubt einen Blick in die Zukunft der Frankfurter Altstadt.

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          Auf dem Hühnermarkt plätschert ein Springbrunnen, umrahmt ist der Platz von malerischen Häusern mit hellblauen, gelben und weißen Fassaden. Vorbei an einem blauen Haus, vor dessen Fenstern rote Blumen in den Kästen blühen, gelangt man durch ein Tor in den Lämmchenhof. Die Balkone des „Goldenen Lämmchens“ sind von dunklen Holzbalustraden begrenzt, ein Pärchen hat sich an einem der Café-Tische niedergelassen.

          Ein solcher Spaziergang durch die neue Altstadt wird frühestens 2016 möglich sein. Derzeit steht noch ein riesiger Baukran auf der Baustelle zwischen Dom und Römer. Weil schwer vorstellbar ist, was dort entstehen soll, hat die das Projekt leitende Dom-Römer GmbH nun eine Applikation für internetfähige Smartphones entwickelt. Damit können Besucher und Frankfurter schon jetzt - virtuell - durch die neue Altstadt flanieren.

          QR-Code auf Bauzaun

          Die Tour beginnt im wirklichen Leben: am Bauzaun neben der Schirn Kunsthalle. Dort ist auf einer Infotafel ein sogenannter QR-Code angebracht, ein schwarzweißes Quadrat, das wie ein Strichcode funktioniert. Zum Lesen braucht man ein Smartphone mit Kamera und Software zur Entschlüsselung des Codes. Nach dem Einscannen erscheint auf dem Handy ein Panoramabild von dem, was in vier Jahren an Stelle der Sandberge und Baugeräte zu sehen sein wird.

          Der Blick auf den Dom, der im Moment noch weitgehend frei ist, wird künftig von einem prachtvollen Gebäude dominiert. Das „Rote Haus“ soll aussehen wie das Original aus dem 14. Jahrhundert: dunkles Schieferdach, braune Fensterrahmen und Spitzdach. In fotorealistischen Bildern zeigt die Anwendung die Altstadtkulisse. Optisch sind die geplanten nicht von den bereits existierenden Gebäuden zu unterscheiden. Eingebaute Fotos von Personen und über den Dächern fliegenden Vögeln machen das Ganze noch realistischer.

          Schwenken und nach oben blicken

          Mit einem Fingerdruck auf das Display des Smartphones kann der Benutzer auf seiner Führung durch die virtuelle Altstadt voranschreiten. Vorbei an „Rotem Haus“ und Archäologischem Garten gelangt man zur „Goldenen Waage“. Mit einem Schwenk des Mobiltelefons lässt sich der Blick nach oben, entlang der imposanten Fachwerkfassade, richten. Denn die Anwendung erkennt jede Bewegung und richtet das Bild automatisch aus. Mit dem Handy in der Hand taucht man so in die Altstadtatmosphäre der Zukunft ein, obwohl man vor einer lärmenden Baustelle steht.

          Die dreidimensionalen Bilder leiten wie bei einer Schnitzeljagd durch die Altstadt. Ein Bild gewährt sogar einen Blick von oben auf das künftige Altstadtviertel. In der Gasse „Hinter dem Lämmchen“ prägen rote Fassaden mit Fresken und Rundbögen das Bild. Auch der zu rekonstruierende „Hof zum Rebstock“, der wie das „Goldene Lämmchen“ Holzbalustraden erhält, erzeugt wirkliches Altstadt-Flair. Den Höhepunkt der Tour stellt der Hühnermarkt mit seinem Kopfsteinpflaster und den Cafés dar.

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