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Hessen verstärkt Prävention : Salafisten suchen Nachwuchs in Flüchtlingsheimen

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Gezielte Anwerbeversuche: Ein Salafist verdeckt sein Gesicht nach einer Koran-Verteilaktion (Archivbild) Bild: dpa

Ob in Frankfurt, Fulda, Gießen, Kassel, Hanau, Neu-Isenburg sowie Sontra: Salafisten haben in Flüchtlingsheimen versucht, Anhänger zu rekrutieren. Darauf reagiert nun das Land Hessen.

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          Das Land Hessen will 2016 rund 3,8 Millionen Euro in die Extremismus-Prävention stecken. Das sei mehr als eine Verdreifachung der Mittel gegenüber 2015, sagte Innenminister Peter Beuth CDU) in Marburg. Dort besuchte er bei einer Rundreise durch Hessen ein Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus. Zu seinen weiteren Stationen zählt die Erstaufnahme für Flüchtlinge im mittelhessischen Neustadt. Mitarbeiter wurden dort im Rahmen eines weiteren Projektes unter anderem über die Gefahr von Anwerbungsversuchen durch Salafisten informiert. „Das können wir und das wollen wir nicht dulden“, sagte Beuth.

          Im vergangenen Jahr hat es in hessischen Unterkünften für Flüchtlinge knapp ein Dutzend Anwerbeversuche von Salafisten gegeben, die den Sicherheitsbehörden des Landes bekannt sind. Das geht aus einer Antwort von CDU-Innenminister Peter Beuth auf eine kleine Anfrage des FDP-Landtagsabgeordneten Wolfgang Greilich hervor.

          Landesweit unterwegs

          Demnach waren die Salafisten im August und September in Unterkünften in Frankfurt, Fulda, Gießen, Kassel, Hanau, Neu-Isenburg sowie Sontra aktiv. Die ultrakonservativen Islamisten verteilten etwa einschlägige Flyer und Hilfsgüter, kochten mit Flüchtlingen und sprächen auch minderjährige Asylsuchende an, hieß es.

          Zudem rufen der Antwort Beuths zufolge unter anderem Salafisten in sozialen Netzwerken zur Missionierung von Flüchtlingen auf und erteilen Handlungsempfehlungen. Ein strukturiertes Vorgehen der Salafisten sei den Ermittlungsbehörden bislang nicht bekannt.

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