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NSU 2.0 : Drohfax mit Bezug auf Lübcke-Mord

  • -Aktualisiert am

Die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz, erhielt ein Drohschreiben mit dem Absender „NSU 2.0“ Bild: dpa

Eine Frankfurter Anwältin hat wiederholt Drohschreiben von Rechtsextremen erhalten, die mit „NSU 2.0“ unterzeichnet wurden. Ein Schreiben bezieht sich auf den ermordeten Walter Lübcke.

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          Die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz hat offenbar ein weiteres Drohschreiben erhalten, das mit „NSU 2.0“ unterzeichnet wurde. In dem Schreiben beziehen sich die Verfasser auf den Mord an Walter Lübcke (CDU) und behaupten, den Kasseler Regierungspräsidenten ermordet zu haben. Der Anwältin drohen sie an, sie ebenfalls zu töten. Das berichtete der „Hessische Rundfunk“. Demnach erhielt Basay-Yildiz das Fax am 5. Juni, also drei Tage nach dem Anschlag auf Lübcke.

          Julian Staib

          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Damals ermittelten die Behörden in seinem Fall noch in alle Richtungen. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem Schreiben und dem Mord an Lübcke gibt, ist unklar. Bei den Urhebern kann es sich um Trittbrettfahrer handeln. Eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft wollte den Bericht mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bestätigen. Das Landesinnenministerium sowie das Hessische Landeskriminalamt wiederum verwiesen auf die Staatsanwaltschaft.

          Die Fraktionsvorsitzende der SPD in Hessen, Nancy Faeser, warf dem Landesinnenminister Peter Beuth (CDU) eine „katastrophale Informationspolitik im Bereich Rechtsextremismus“ vor. Beuth hätte darüber informieren müssen, dass wenige Tage nach dem Mord an Lübcke ein möglicher Hinweis auf einen rechtsextremen Hintergrund der Tat vorgelegen habe, so Faeser.

          Die Anwältin Basay-Yildiz hatte Anfang August 2018 das erste von mehreren Droh-Faxen erhalten, die mit „NSU 2.0“ unterschrieben sind – offenbar in Anlehnung an die Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“. Bis heute ist unklar, wer die Urheber sind. Bei den Ermittlungen stießen die Behörden auf eine Gruppe von Frankfurter Polizisten, die sich per Whatsapp rechtsextreme Botschaften geschickt haben sollen.

          Von dem Account einer der Beamtinnen sollen Daten von Basay-Yildiz aus dem polizeilichen Informationssystem abgerufen worden sein. In der Folge wurden Ermittlungen gegen zwischenzeitlich 38 Polizeibeamte aufgenommen. Nach Angaben des Landesinnenministeriums wird derzeit noch gegen 15 Beamte ermittelt.

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