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Anklage gegen drei Männer : Zufallsopfer verprügelt und in den Main geworfen

Verprügelt und in den Main geworfen: Drei junge Männer stehen in Frankfurt vor Gericht wegen Mordversuchs. Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Mordanklage gegen drei junge Männer erhoben: Sie sollen ein Zufallsopfer aus „Freude am Misshandeln“ verprügelt und anschließend zum Sterben in den Fluss geworfen haben.

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          Sie sollen einen Mann fast bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt haben, ihn anschließend in den Main geworfen haben und mit den Worten „Rennt weg, ey, der stirbt“ geflohen sein – deshalb müssen sich drei 18, 21 und 27 Jahre alte Männer demnächst vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat Anklage wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Wie eine Sprecherin der Behörde sagte, haben der Achtzehnjährige und der Siebenundzwanzigjährige ein Geständnis abgelegt, der Einundzwanzigjährige schweige.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Schon am Vortag der Haupttat im August 2019 sollen die drei Angeklagten an der Sonnemannstraße einen 41 Jahre alten und ihnen völlig unbekannten Mann beleidigt und verprügelt haben. Am Folgetag dann hielten sie sich laut Anklage gegen Abend am nördlichen Mainufer in Höhe Schöne Aussicht auf, wo sie sich „anscheinend langweilten“, so die Staatsanwaltschaft. Dort wurden sie auf einen Vierundzwanzigjährigen aufmerksam, der genau wie sie alkoholisiert war. Mit den Worten „Willst du nass werden?“ sollen sie ihm zunächst den Weg versperrt haben. Dann versetzte einer der drei ihm einen Schlag von hinten gegen den Kopf.

          „Absolute Dominanz demonstrieren“

          Der Angegriffene fiel zu Boden, woraufhin die Täter ihn weiter mit Schlägen und Tritten traktierten und ihn schließlich in den Main warfen. Entgegen ihrer Vermutung, der Mann werde sterben, kam dieser jedoch wieder zu Bewusstsein, und es gelang ihm, vom Wasser aus um Hilfe zu rufen. Passanten hörten ihn und schafften es, ihn mit Hilfe eines Stoffschals herauszuziehen. Eine ärztliche Untersuchung ergab später, dass er unter anderem eine Gehirnerschütterung und einen Nasenbeinbruch erlitten hatte.

          Den drei Angeklagten sei es darum gegangen, „absolute Dominanz zu demonstrieren“, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Sie hätten außerdem „Freude am Misshandeln“ des Opfers gehabt, das sie nicht kannten. Deshalb hält die Anklagebehörde das Mordmerkmal der niedrigen Beweggründe für erfüllt. Aufgrund des Alters der drei Männer wird die Hauptverhandlung vor einer Jugendkammer des Landgerichts stattfinden. Einen Termin für den Prozess gibt es noch nicht.

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