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Angriff auf Frankfurter SPD-Büro : Stellvertreter-Kampf um die „Rote Flora“

  • -Aktualisiert am

Tatort: Ein Polizist fotografiert Schäden nach der Attacke auf das SPD-Büro an der Fischerfeldstraße in Frankfurt Bild: dpa

Wieder haben Randalierer die SPD-Geschäftsstelle in Frankfurt angegriffen - diesmal aus Solidarität mit linken Gruppen in Hamburg. Die SPD wirft der Polizei nun vor, die Demonstranten nicht aufgehalten zu haben.

          Das Ausmaß der Zerstörung an der Bezirksgeschäftsstelle der SPD war erst am Dienstagmorgen zu sehen. Fast die gesamte Fensterfront haben die Demonstranten zerschlagen. Der Hausmeister brauchte Stunden, um die Splitter zusammenzukehren. Karlheinz Pfaff, der Bezirksgeschäftsführer der SPD, sagt, es komme ihm vor wie ein Déjà-vu. Schon zum vierten Mal haben autonome Gruppen die Parteizentrale angegriffen. Im Oktober und November standen die Sachbeschädigungen noch im Zusammenhang mit der Flüchtlingspolitik und der sich zuspitzenden Situation in Hamburg, wo Hunderte Flüchtlinge ein Bleiberecht forderten. Diesmal hinterließen die Demonstranten keine konkrete Botschaft, ihr Anliegen ist dennoch klar: Sie wollen Solidarität zeigen mit den linken Gruppen in Hamburg, die derzeit für den Erhalt des autonomen Zentrums „Rote Flora“ kämpfen.

          Dass sich dieser Kampf auch auf Frankfurts Straßen zutragen könnte, hatte die Polizei in diesem Ausmaß nicht erwartet. Dienstag musste sie sich Vorwürfe von Seiten der SPD anhören, dass die Beamten nicht genug für den Schutz der Parteizentrale getan hätten und die Sachbeschädigungen einfach geschehen ließen. Zum Zeitpunkt der Randale waren mehrere Streifenwagen am SPD-Haus. Die hielten die Demonstranten aber nicht auf.

          Möglicherweise nicht die letzte Aktion

          Die Polizei wehrte sich gegen die Beschuldigungen. Die Demonstranten hätten sich am Abend in einer „Spontanaktion“ in der Innenstadt versammelt und sich dann innerhalb kürzester Zeit mit der S-Bahn in Richtung Konstablerwache zur SPD-Geschäftsstelle an der Fischerfeldstraße begeben, sagte ein Sprecher. Zwar seien Beamte dann schnell dort gewesen, aber es seien bei weitem nicht genug gewesen, um den Zug aufzuhalten, der nicht nur die Parteizentrale beschädigt habe, sondern auch die Arbeitsagentur und einen Streifenwagen. Man habe sofort weitere Kräfte zur Parteizentrale geschickt, aber nach den Sachbeschädigungen am SPD-Gebäude hätten sich die Randalierer schnell „in alle Winde zerstreut“.

          Möglicherweise wird dies nicht die letzte Aktion dieser Art sein. Denn die Solidarität mit der autonomen Szene in Hamburg hat Tradition. Es gibt seit Jahren enge Kontakte zwischen den Gruppen beider Städte. 2012 haben sich Hamburger Autonome mit den Frankfurter Blockupy-Aktivisten solidarisiert und waren in einem Protestzug durch die Hansestadt gezogen. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden haben sich Linksextremisten aus Frankfurt an den Krawallen im Dezember in Hamburg beteiligt. Polizeibekannte Linksradikale sind dem Vernehmen nach kurz vor Weihnachten mit drei Bussen in die Hansestadt gefahren, um sich an den Protesten rund um die „Rote Flora“ zu beteiligen. Die SPD, so heißt es bei den Sicherheitsbehörden, ist offenbar zum neuen Feindbild der autonomen Szene geworden. Die Wut gegen die sozialdemokratische Politik in Hamburg bricht sich auch in Frankfurt Bahn.

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