Limburg : Angeklagter gesteht tödliche Schläge gegen Afrikaner
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Ein mutmaßlicher Mord aus angeblichem Fremdenhass wird vor dem Landgericht Limburg verhandelt. Das Opfer: Ein Mann aus Ruanda. Der Tatort: Ein Heim für Obdachlose. Das Verfahren startet mit einem Geständnis.
Im Auftakt des Limburger Mordprozesses mit mutmaßlich ausländerfeindlichem Hintergrund hat ein Angeklagter die Prügelattacke auf das Opfer gestanden. „Ich habe vielleicht fünfmal geschlagen und getreten“, sagte der 22 Jahre alte Mann am Donnerstag vor dem Landgericht. Der junge Mann soll zusammen mit einem 43 Jahre alten Man einen 55 Jahre alten Mann aus Ruanda in einem Obdachlosenheim in der Limburger Altstadt zu Tode geprügelt haben. Die Staatsanwaltschaft geht von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Der zweite Angeklagte machte vor Gericht keine Angaben.
Das Opfer starb an inneren Blutungen wegen zahlreicher Schläge und Tritte. Vor der Prügelattacke sei es zum Streit gekommen, weil der Afrikaner den Hund eines Mitbewohners geschlagen haben soll, erklärte der Angelagte. Danach habe man dem Mann eine Abreibung verpassen wollen. Von fremdenfeindlichen Beleidigungen gegenüber dem Opfer habe er nichts mitbekommen. Vor der Tat hätten sich die Männer aber gegenseitig in Hitlergruß-Pose fotografiert. Die Angeklagten sollen bei der brutalen Tat stark betrunken gewesen sein.
Ein Mann, der ebenfalls in dem Obdachlosenheim wohnte, hörte damals den Lärm. Er stützte am Donnerstag als Zeuge die Vermutung der Anklage: Es seien beleidigende Äußerungen über den Mann aus Ruanda gefallen. Er selbst sei nach den Vorfällen noch einmal durch die Stadt gegangen. „Als ich wiederkam, war alles voller Polizei.“
Nach dem Tod des Ruanders waren zunächst sechs Verdächtige festgenommen worden, drei wurden nach ihrer Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. Ein weiterer Beschuldigter im Alter von 43 Jahren nahm sich nach Angaben der Ermittlungsbehörde in Untersuchungshaft das Leben. Für das Verfahren sind noch sieben Verhandlungstage angesetzt.