https://www.faz.net/-gzg-9f3v7

Raubmord an Schmuckhändler : Angeklagter erhält 12 Jahre Haft

  • Aktualisiert am

12 Jahre Haft: Lange Gefängnisstrafe wegen Raubmordes Bild: dpa

Die Staatsanwaltschaft sprach von großer Brutalität: Rund ein Jahr nach dem Raubmord an einem Schmuckhändler hat das Landgericht Frankfurt die Urteile gesprochen. Zwei der drei Täter profitieren vom milderen Jugendstrafrecht.

          Wegen des Raubmordes an einem Schmuckhändler und versuchten Mordes an dessen Ehefrau hat das Landgericht Frankfurt drei Männer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein 27 Jahre alter Mann muss nach dem Richterspruch vom Donnerstag zwölf Jahre hinter Gitter. Seine beiden Mittäter im Alter von 20 und 21 Jahren erhielten acht und achteinhalb Jahre Haft. Sie wurden noch als Heranwachsende eingestuft. Die Kammer blieb dabei deutlich unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft.

          Kooperation mit Behörden

          Die drei Angeklagten aus Moldawien hatten das Juwelier-Ehepaar aus Frankfurt-Griesheim im Oktober vergangenen Jahres in dessen Haus überfallen und schwer misshandelt. Der 78 Jahre alte Mann war kurze Zeit später an seinen Verletzungen gestorben, seine gleichaltrige Ehefrau überlebte schwer verletzt. Sie konnte aber der Polizei in dem schwer gesicherten Gebäude noch die Tür öffnen. Das Trio war bereits nach der Tat festgenommen worden.

          Das Gericht wertete die Tat als gemeinschaftlichen Raubmord. Es habe zumindest ein „bedingter Tötungsvorsatz“ gegeben. Der 27 Jahre alte Täter entging der lebenslangen Haft, die bei Mord eigentlich zwingend ist, nur dank seiner Kooperation mit den Behörden. Er nannte der Polizei den Namen eines vierten Mittäters, dem die Flucht gelungen war. Einem fünften Mann, der Schmiere stand, kamen die Behörden ebenfalls auf die Spur. Beide Männer sitzen in Auslieferungshaft.

          Mildere Jugendstrafe

          Den beiden jüngeren Angeklagten kam das mildere Jugendstrafrecht zu Gute. Bei ihnen bestehe noch ein „sehr großer Erziehungsbedarf“, hieß es im Urteil. Im Strafmaß blieb die Kammer erheblich hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück, die durchweg Haftstrafen in zweistelliger Höhe gefordert hatte.

          Lediglich zwei der Männer hatten im Prozess zugegeben, in dem Haus des Ehepaares gewesen zu sein. Mit dem Tod des Geschäftsmannes wollte keiner etwas zu tun gehabt haben.

          Die Staatsanwaltschaft kündigte an, sie werde Revision gegen das Urteil prüfen. Die Anklagevertretung hatte in ihrem Plädoyer auf die Brutalität der Tat hingewiesen. Selbst langjährige Kriminalbeamte hätten so etwas noch nicht erlebt. Bei der Festnahme war bei einem der Täter Bargeld gefunden worden, das dem toten Geschäftsmann gehört haben soll.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Formel-1-Legende : Niki Lauda ist tot

          Niki Lauda ist gestorben: Der Österreicher wurde 70 Jahre alt. Nicht nur als Rennfahrer in der Formel 1 feierte der dreimalige Weltmeister Erfolge.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.