https://www.faz.net/-gzg-9w1cz

E-Scooter : Anbieter Voi greift mit Billigpreisen in Frankfurt an

Jetzt auch in Frankfurt: Der schwedische Anbieter Voi will den E-Scooter-Markt mit günstigen Preisen aufmischen. Bild: EPA

Nun gibt es schon den fünften Verleiher von E-Scootern in Frankfurt. Voi aus Schweden hat 500 Geräte verteilt. Derweil ist der erste Konkurrent wieder verschwunden.

          1 Min.

          Mit Datenschutz, seiner Herkunft und vor allem den mit Abstand günstigsten Preisen will sich der Anbieter Voi in Frankfurt durchsetzen. Gut ein halbes Jahr, nachdem bereits die Konkurrenten Tier, Lime, Circ und Bird ihre Fahrgeräte in der Messestadt verteilt haben, hat das schwedische Unternehmen rund 500 E-Scooter in der Innenstadt aufgestellt.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Damit kommt noch mehr Bewegung in den Konkurrenzkampf der E-Scooter: Anbieter Circ wurde jüngst vom Wettbewerber Bird geschluckt, die Circ-Geräte bleiben aber weiterhin nutzbar. Bird selbst scheint aus Frankfurt verschwunden zu sein, die Roller waren vor dem Winter eingesammelt worden und nicht wieder aufgestellt.

          Kampfpreise zum Start

          „Wir sind der größte Anbieter aus Europa“, betont Claus Unterkircher, bei Voi verantwortlich für die Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz. „Wir setzen auf europäische Werte.“ Die Aussage richtet sich speziell gegen die Marktführer Lime und Bird, die aus Kalifornien kommen. Tier stammt aus Berlin und ist kleiner als Voi.

          Das Start-up wurde 2018 in Stockholm gegründet und hat von mehrheitlich europäischen Investoren 122 Millionen Euro erhalten. Zu den Unternehmenswerten zählt der Österreicher Unterkircher unter anderem Transparenz im Preismodell, Datenschutz und das Zahlen von Steuern in Europa. „Wir betreiben keinen Handel mit Daten.“

          Für Kunden am auffälligsten dürften aber die Preise sein. Vorerst berechnet Voi 10 Cent pro Minute und keine Freischaltgebühr pro Fahrt. Die Konkurrenz verlangt jeweils als Grundgebühr einen Euro sowie 20 Cent pro Minute. Eine Viertelstunde dauernde Fahrt kostet mit Voi damit 1,50 Euro statt vier Euro. So will das Unternehmen schnell eine hohe Auslastung erreichen, vier bis zehn Fahrten pro E-Scooter und Tag sei das Ziel, heißt es.

          Austauschbare Akkus geplant

          Wie lange Voi diese Kampfpreise in Frankfurt aufrecht erhält, lässt Unterkircher offen. Mittelfristig dürften sie aber auf einen Euro plus 15 Cent je Minute steigen. Das verlangt Voi bereits in dem gut einem Dutzend Städten, in denen der Anbieter in Deutschland aktiv ist, darunter Berlin, Hamburg und Lübeck.

          „Wir können nicht so schnell wachsen, wie wir wollen“, erklärt Unterkircher, warum der Marktstart in Frankfurt so spät erfolgt. Ein Team von fünf Mitarbeitern sei in der Stadt tätig. Die E-Scooter werden vorerst nachts von Dienstleistern aufgeladen. Im Laufe des Jahres sollen die Geräte aber ausgetauscht werden gegen neue Modelle, deren Akkus abnehmbar sind. Dann müssen nicht länger die kompletten Fahrzeuge eingesammelt werden. Ähnliches planen auch die Konkurrenten.

          Weitere Themen

          Weitgehendes Kontaktverbot gilt bis nach Ostern

          Hessen : Weitgehendes Kontaktverbot gilt bis nach Ostern

          Die Menschen grundsätzlich dürfen derzeit nur alleine oder zu zweit aus dem Haus gehen. Diese Regel wird sie noch länger begleiten, wie der Ministerpräsident sagt. Wie geht es aber nach Ostern weiter?

          Topmeldungen

          Hausärzte haben zum Teil ihre liebe Not damit, Patienten aus ihren Praxen fernzuhalten, die möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert sind.

          Angst vor Corona : Dreist in der Krise

          Patienten, die lügen, um den Doktor sprechen. Ärzte, die fiktive Impfungen anbieten. Menschen, die die Corona-Krise immer noch für einen Medienhype halten. Nicht nur an den Supermarktregalen provoziert das Virus allerlei problematisches Verhalten.
          Mehr Gemeinde ist nicht drin: In der Pfarrkirche Achern in Baden-Württemberg findet ein Gottesdienst vor leeren Bänken statt. Gemeindemitglieder hatten ihre Fotos geschickt, die sie vertreten mussten.

          Corona und die Religionen : Die unsichtbare Frontlinie

          Staatstragenden Religionsgemeinschaften fällt es besonders schwer, Gotteshäuser zu schließen. Doch jetzt bezeichnet selbst Putins Beichtvater die Selbstisolation als heilige Christenpflicht im Weltkrieg gegen die Krankheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.